Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 45. Band.1922
Seite: 334
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CARL GUSTAV CARUS

BRANDUNG BEI RÜGEN

Gedächtnis dauernd auf, nachdem Lahmann
schon 1906 in der Berliner Jahrhundert-Ausstellung
begonnen hatte, diesen Künstler zur
Geltung zu bringen. Gille malte breit und kräftig
, vor allem in seinen lebendigen Tierskizzen;
seine tonschönen Landschaften aus dem Großen
Garten in Dresden und aus der näheren Umgebung
Dresdens sind verwandt mit den Landschaften
der Schule von Fontainebleau; sie
zeigen, daß wenigstens in diesem Künstler der
Geist der Dresdner Schule des ersten Viertels
des 19. Jahrhunderts noch lange lebendig weiter
wirkte. Freilich spielte der Künstler in Dresden
zu den Zeiten von Bendemann, Hübner,
Schnorr, Grosse und Pauwels keinerlei Rolle
mehr, und er hat es sich sicher nicht träumen
lassen, daß er noch einmal so zu Ehren kommen
würde, wie dies jetzt geschieht. Aus der
älteren Zeit stammt auch ein bemerkenswertes
lebensgroßes Mädchenbildnis, das Lahmann
unter dem Namen von Friedrichs Zeitgenossen
Friedrich Georg Kersting aufführt und das
sicherlich diesem Künstler nahesteht. Nennen
wir weiter ein anmutiges Bildchen von Eduard
Bendemann: Zwei Mädchen am Brunnen, zwei
männliche und zwei weibliche Bildnisse —

darunter das des Malers und Kunstschriftstellers
Platner und dann das der Vittoria
Caldoni — von Friedrich Overbeck, ferner
eine feine Zwingerstudie von Ludwig Richters
Schüler Bernhard Schneider und ein treffliches
Frauenbildnis von Robert Schneider, einem
Schüler der Dresdner Akademie, der seit 1835
in Hamburg lebte und dort offenbar mit Was-
mann in Berührung gekommen ist, sowie ein
Bildnis des Kunstforschers Otto Magnus von
Stackelberg von dem Dresdner Akademieprofessor
Vogel von Vogelstein. In eine noch
ältere Zeit führt uns schließlich das Bildnis
des Bildhauers Gottfried Schadow von Johann
Friedrich Weitsch, genannt Pascha Weitsch
(1723—1803). Lichtwark nennt es in dem Bericht
über den oben erwähnten Besuch bei
Herrn Lahmann ein großes Meisterwerk, das
ihm in der Krone stecke.

Gustav Carus macht in seiner Lebensbeschreibung
auf das Jahr 1839 die nachdenkliche
Bemerkung: „Es ist seltsam, wie doch
jene ganze Kunstperiode, in welcher Friedrich,
Matthäi, Vogel, Rößler, Klengel und Hartmann
tätig waren, jetzt schon so ganz untergegangen
oder durch die neu aufgehenden, sich hier

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