http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_46_1922/0022
UHR MIT HINTERGLASMALEREI VON J. HILLERBRAND
Ausführung: Deutsche Werkstätten A.-G., München und Hellerau
vertraute, zurückhaltend-noble räumliche und
schmückende Wirkung ist, in den Dienst der
Deutschen Werstätten stellt. Die Bildhauer
Josef Wackerle, einer der unerschöpflichsten
Erfinder, der immer wieder neue Reize aus
dem Material herausholt, und Nida-Rümelin
traten mit räumlich gebundenen, wie mit unabhängigen
, in sich freien Arbeiten hervor;
ihre Kunst fügt sich fein und sinnvoll in das
Ensemble der „Hauskünstler" der Deutschen
Werkstätten, zu denen auch Frau Wenz-
Vietor und W. v. Wersin als typische „Kunst-
gewerbler" gehören, und bildet sozusagen die
Überleitung zu den Schöpfungen der expressionistisch
gerichteten Jugend. Die stellt in
erster Linie die Münchener Kunstgewerbeschule
. Es war ein glücklicher Gedanke, den
Karl Bertsch in die Tat umsetzte, unter den
flügge gewordenen Schülern dieser Anstalt nach
den originellsten Kräften Ausschau zu halten
und sie zur Mitarbeit an dem Werk seines
Instituts einzuladen. Junge Kunst wird hier
von wirklich Jungen gegeben. Der Expressionismus
wirkt sich schöpferisch und formal
aus innerhalb der Generation, zu der er gehört.
Da es sich überdies um junge Leute handelt,
die nicht von der freien Kunst herkommen,
sondern die gemäß ihrer Erziehung an der
Kunstgewerbeschule mit der Gebundenheit
an und durch das Material rechnen lernten,
so blieben allzu drastische Entgleisungen ausgeschlossen
. Trefflich gelang es, ihre Arbeit
in die rechten Bahnen zu lenken und vor die
richtigen Aufgaben zu stellen. Diese sind
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