http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_46_1922/0034
ADELBERT NIEMEYER-MÜNCHEN SCHREIBSCHRANK
Ausführung: Deutsche Werkstätten A.-G., München und Hellerau
machen muß wie der, der die breite Masse bei
uns bedient, das darf ihn doch nicht abhalten,
die wahrhaft werbende Kraft seiner Leistung
in den Arbeiten zu erblicken, die bei uns technisch
und geschmacklich als einwandfrei empfunden
werden! Eine Menge rührige Hände
sind an der Arbeit und nicht wenige Industrielle
sind bereit, das gute Neue zu verbreiten
. Nicht nachlassen dürfen wir, bis
auch dort, wo alles aufgestapelt wird und
der Kampf um die Ware so abenteuerliche
Formen angenommen hat wie auf den in der
Kriegsfolge unmäßig angeschwollenen Messen,
das Bessere und für uns Wesentliche, sich
durchgesetzt hat.
Die sich überstürzende quantitative Entwicklung
des Kunstgewerbes auf der Leipziger
Messe hat nach manchen Mühen in dem Wirtschaftsbund
der Deutschen Kunsthandwerker,
in der Meßausstellung im Grassimuseum Kristallisationspunkte
für kunstgewerbliche Waren
durchschnittlich guter Beschaffenheit gefunden.
Das ist ein Anfang zu der notwendigen Auslese
der kunstgewerblichen Waren ähnlich wie
sie nun wohl im Frankfurter Werkbundhaus
durchgeführt sein wird.
Wo die Kunst auftritt, geht es nicht ohne
Auslese und eine besondere Art der Vorführung
in einer Umgebung, die das einzelne vorteilhaft
zu Worte kommen läßt. Das haben
die Wiener immer am besten getroffen, und
wenn sie diesmal in Leipzig am Vorabend der
Wiener und Frankfurter Messen auch nicht
durch die Menge der Neuheiten überwältigend
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_46_1922/0034