Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 46. Band.1922
Seite: 22
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_46_1922/0040
gestattete,die Erzeugnisse
ihrer Werkstätte
gebührend zu entfalten
. Handgewebte
bunte und starkfarbige
Webereien in
Wolle und Baumwolle
für alle Zwecke
und die vom Wirtschaftsbund
her wohlbekannten
Strickarbeiten
. Alles Arbeiten
, denen eine wohl-
tuendeBodenständig-
keit eigen ist. Wanda
Bibrowicz in Pillnitz
zeigte in einem besonderen
Raum die im
Auftrage des preußischen
Kultusministeriums
für das Kreishaus
in Ratzeburg
gewirkten Wandteppiche
; starke und farbenfreudige
dekorative
Arbeiten. Zum
ersten Male erschien
die Weberei-Arbeitsgemeinschaft
der
Kunstgewerbeschule
Hamburg auf dem
Plan mit ausgezeichneten
Wirkereien,
einem Wandteppich
mit Tieren nach Entwurf
von Helms, Kissen
und Teppichen in
starkfarbiger moderner
Musterung. Das
ist deutsche Handwerkskunst
im besten
Sinne: boden wüchsig,
gesund, modern. Und
bei der Neigung, die
im Augenblick das
Ausland dem Gobelin
entgegenbringt,
sind solche Arbeiten

vor allem berufen, an ihrem Teil Träger
deutscher Kultur zu werden. Gebrüder Wissel
in Magdeburg zeigten in der entschiedenen Art,
mit der sie die modernen Kunstströmungen verarbeiten
, einen weiteren Fortschritt in ihren
Messing- und Silberarbeiten.

Für die Keramik bot der Rokokosaal des
Grassimuseums den reizvollsten Rahmen. Die
Staatliche Porzellan-Manufaktur Meißen zeigte
die neuesten Arbeiten von Paul Scheurich (Putto,

FRÄULEIN v. ESCH WEGE a GESCHNITZTER SPIEGEL

Venus, Uhr) und
köstliche Leuchterreiter
von Gerhard
Mareks in unbemal-
tem Porzellan und

B öttgersteinzeug.
Von Max Läuger waren
eine ganze Anzahl
farbige Fliesen,
plastische Gruppen
und Gefäße zu sehen,
die von der unverwüstlichen
Schaffenslust
ihres Erzeugers
sprechen. Die Großherzogliche
Majolikamanufaktur
in Karlsruhe
konnte für ihre
Produktion keinen
besseren Vorspann
wählen. Für alle
Freunde keramischer
Kunst boten die von
Paul Dresler in seiner
Werkstatt „Grooten-
burg" in Krefeld entstandenen
glasierten
Töpfereien einegroße
Anziehung. Hierbei
sind die guten Lehren
japanischer und
persischer Keramik
gut angewendet worden
und Gebilde entstanden
, die sowohl
in der Form, wie in
den farbigen Glasuren
den Ansprüchen
verwöhnter Kunstfreunde
entsprechen.
Kein Wunder, daß
die schöne Ware reißenden
Absatz gefunden
hat.

Es braucht kaum
gesagt zu werden, daß
sich dem geduldigen
Besucher der Messe
in vielen Meßpalästen noch eine Menge vorzügliche
Arbeiten finden wird. Viele Fabrikanten
, große und kleine, neue und alte, bemühen
sich neben der kuranten Ware auch
anspruchsvollere zu schaffen. Mehr und mehr
ziehen sie Künstler heran und bereiten eine
allmähliche Veredelung ihrer Waren vor. Auch
in der Aufmachung der Ausstellungskojen
merkt man in einigen Meßhäusern einen wohltuenden
Fortschritt.

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