Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 46. Band.1922
Seite: 33
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VERKAUFSRAUM VON EMIL LETTRfi-BERLIN, UNTER DEN LINDEN

EMIL LETTRE ALS SILBERSCHMIED

Ein Mann, der Außerordentliches geschaffen;
er entkleidete das Silber von der Vorstellung
des Pompösen, des Prunks; in seinen Gefäßen
ist eine neue Kultur des Selbstverständlichen.
Deutschland leidet ja unter dem Begriffe „Verschwendung
". Sonderbar genug: denn solche
Sehnsucht nach dem Schönen hat wiederum
kein anderes Volk.

Noch ist vieles in Deutschland ungeklärt.
Nicht allein die Politik, seine Philosophie, seine
Kunst, seine seelischen Ausdrucksmittel. Sein
Reichtum an wirklichen Größen verwirrt oft die
Begriffe. Es ist ein Land mit großen Perspektiven
für die Zukunft. Unter diesen ist
Lettr6 —.

Nicht etwa, daß dieser Silberschmied nun

als ein neuer Begriff ausgerufen werden Soll.
Seine Bedeutung liegt tiefer, als Handwerker,
Handwerker im hohen Sinn des Wortes, in einer
Zeit, da das Wort „Modern" noch immer seinen
Unfug in der Masse treibt. Ein unglückliches
Zeitwort, das einmal so verstaubt und vergessen
sein wird, wie etwa heute der Makartsche
Blumenfächer.

Oder: lassen wir uns von Maupassants Diener
mit der Wichtigkeit, mit der dieses Faktotum
zwischen Servieren und Abtragen die Seele seines
Herrn zu behorchen glaubt, Maupassants
Wohnung schildern, so erschrickt man innerlich
, welcher Kram die Zimmer dieses innerlich
reichen Menschen füllte. Es muß doch irgend
etwas nicht stimmen mit der Form, nicht

Dekorative Kunst. XXV. 2. November 1921

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