Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 46. Band.1922
Seite: 55
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Verwenden sie
aber doch einmal
Figürliches, so geschieht
es in ganz
freier, ungebundener
Form, etwa
in der Art einer
Illustration, die
den Namen begleitet
und zuweilen
wichtiger, zum
mindesten gewichtiger
erscheint als
die Schrift. Das
ist natürlich unlogisch
; denn die Hauptsache
bei einer Besuchskarte
muß immer
die Schrift bleiben, und
je klarer diese, trotz
dem ornamental-bildlichen
Beiwerk, hervortritt
, desto besser —
im gebrauchsgraphischen
Sinne — ist die
Karte. Man darf freilich
nicht vergessen,
daß man es hier mit
einem Analogon zum
sogenannten Luxusexlibris
zu tun hat,
das ebenfalls, vom
Standpunkt der strengen
Theorie aus, einen
Widerspruch in
sich selbst darstellt,
das wir aber trotzdem
, der Fülle des
in ihm niedergelegten
Schönen und
Geistreichen wegen,
nicht aus der Welt
wegwünschen möchten
. Aus dem gleichen
Grunde werden
wir also auch die
mehr bildmäßig ausgestaltete
Besuchskarte
gerne und vielleicht
sogar mit besonderem
Vergnügen
gelten lassen. Beispiele
dieser Art von
Karten sind die, innerlich
freilich grundverschiedenen
Blättchen
für den Grafen
von Württemberg

GEORG BROEL

RADIERUNG

U/kl c 1'u.Meie

ADOLF KUNST

RADIERUNG

^ _

J. KAUFFMANN

RADIERUNG

OTTO HUPP

FEDERZEICHNUNG

von Heinrich Hö-
nich (München)
mit einer höchst
sauber durchgearbeiteten
„Ansicht"
eines Ritters nebst
Burg (Lichtenstein
?), die Karte
des verstorbenen
Basler Malers und
Graphikers Fritz
Mock für sich und
seine Frau, die
einer Erklärung
nicht bedarf, und
die Karte für Lips und
Frau von einem neuen
Mann, dem jungen
Münchener Otto Hans
Beier, der es an krausen
Einfällen fast einem
Welti gleichtut
und hier in novellistischer
Form einen Herrn
und eine Dame auf dem
Wege zu einem Haus
darstellt, in dem sie
eben Besuch machen
wollen. Die Idee liegt
eigentlich nahe und
ist auch schon öfter
variiert worden, aber
kaum je mit soviel
Elan und Anmut.
Auch die Karte für
Relie Geyer-Heroux
von Bruno Heroux
(Leipzig), die von
der Tätigkeit der
Hausfrau erzählt, gehört
hierher. Und es
tut dem liebenswürdigen
, lustigen Blättchen
keinen Eintrag,
daß Welti auf seiner
bekannten Pullacher
Adreßkarte schon
einmal etwas Ähnliches
dargestellt hat.

Es ist bereits angedeutet
worden, daß
diese Karten mit bildlichen
Darstellungen
Ausnahmen sind. Die
Regel sind Karten
mit ornamentalen
Umrahmungen. Und
vor allem haben drei

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