Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 46. Band.1922
Seite: 56
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_46_1922/0076
Münchener Künstler
auf diesem Gebiete
Mustergültiges
geschaffen: Georg
Broel, Hubert Wilm
und Adolf Kunst.
Letzterer liebt Schriftumrahmungen
mit
stilisierten Streublumen
, und es ist erstaunlich
, mit wieviel
Phantasie er dieses
Motiv immer wieder
neu und mit Geist
und Anmut abwandelt
. Broel bevorzugt
ebenfalls stilisierte

Blumen und Blütenteile; doch ist bei ihm
die Bindung der Elemente zur ornamentaldekorativen
Einheit viel straffer. Auch ist
der lyrische Unterton in seinen Kompositionen
ebensowenig zu verkennen wie ein Hinneigen
zu fast mathematischer Gesetzmäßigkeit; und
es ist erstaunlich genug, daß aus diesen
Gegensätzen doch stets ein harmonisches

HUBERT WILM

Ganzes wird. Der
Strengste von den
dreien ist Hubert
Wilm, dessen kühle
Logik und Sachlichkeit
jedoch nicht des
künstlerischen Geistes
und der Gefälligkeit
entbehrt. Um
so wärmer ist, im
Gegensatz dazu, die
Kunst des Müncheners
Hans Volkert,
der es liebt, aus dem
Vollen zu spenden,
und in dem Rokokograzie
, Biedermeierschwärmerei
, Grübelgeist und Sinnenfreude
sich zu höchst ersprießlicher Aktivität innigst
und unlöslich verbunden haben. Überflüssig
ist es vielleicht, auf das absolut deutsche
Wesen aller dieser Arbeiten hinzuweisen;
denn es dürfte kaum einen Verständigen geben
, der das nicht von selbst empfände.

Richard Braungart

RADIERUNG

WILLI GEIGER RADIERUNG

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