Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 46. Band.1922
Seite: 60
(PDF, 60 MB)
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wuchtigenScheren sind
unseren Meistern heute
ebenso vertraut wie die
Matrizen, deren untere
Hälfte das Gesenke
des Amboßes
ist, während die obere
Hälfte am Hammerbär
sitzt. Blätter, Blumen
und Flachornamente
werden nach
den Schablonen auf
die Bleche gezeichnet,
dann herausgeschlagen
und in der „Blattwerkstatt
" freihändig
mit dem Hammer bearbeitet
, um später mit
dem Rankenwerk vernietet
oder verschweißt
zu werden. Schließlich
hat man neuerdings
durch das Spalten
und Einschneiden schmiedeeiserner Rohre
Wirkungen erzielt, die den Meistern der Renaissance
und des Barock unbekannt waren.
Blumen jeder Art, vor allem Rosen in der
ganzen prangenden Üppigkeit ihres atmenden
Kelches, können so aus einem einzigen Stück
mit vollendeter Naturwahrheit herausgearbeitet
werden. Die Grenze gegenüber einem nur
virtuosen Versuche zu ziehen, muß freilich dem

Geschmack und dem
Stilgefühl des Künstlers
überlassen bleiben,
der hier mit Hammer
und Amboß seine eigene
Welt schafft.

Die Schöpfungen der
angesehenen, in ihrer
Heimatstadt führenden
Werkstatt des Dresdener
Kunstschlossermeisters
Max Großmann
bieten Gelegenheit
, den Reichtum zu
genießen, den die Baumeister
unserer Zeit
aus dem unvergänglichen
Material zu entbinden
imstande sind.
Man braucht nicht die
vielbewunderten Klassiker
der Schmiedekunst
, einen Johann
Reifeil in Konstanz, Jörg Schmidhammer in
Prag, Maestro Bartolome in Granada oder
Jean Lamour in Nancy zum Vergleich heranzuziehen
, aber man wird dem Feingefühl des
Schmiedes, der sich in die verschiedensten
künstlerischen Handschriften mit gleicher
Geduld und gleicher Sachlichkeit vertieft, die
vollste Anerkennung zollen. Wenn in dem
schweren sakralen Tor der Dresdener Archi-

SCHMIEDEEISERNES GITTER

ENTWURF: ARCH. LOSSOW & KÜHNE, DRESDEN
AUSFÜHRUNG: MAX GROSSMANN, DRESDEN □

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