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FENSTER GITTER (EISEN) F.D. HOCHBAUAMT ZU DRESDEN
ENTW.: BILDHAUER A. STROHRIGL, DRESDEN
AUSFUHRUNG: MAX GROSSMANN, DRESDEN
tekten Schilling und Gräbner noch eine bewußte
Gotik steckt, die in dem beweglichen
Kontur der geknifften Leisteneisen und den übergreifenden
Rosetten aber auch eigne Erfindung
verrät, so zieht z. B. der Entwurf von A. Strohrigls
Oberlichtgitter für das Dresdener Hochbauamt
seine Reize aus dem bürgerlichen Zopf der
mitteldeutschen Klassikerzeit. Und wiederum
die Grabgittertür von Hübel und Thiel ist in
der Massenverteilung manchem wuchtigen Werk
des süddeutschen Barock künstlerisch verwandt.
Die Chemnitzer Architekten Zapp und Basarke
lockern gern die massive Breite des Thürflügels
in rosettenartigen oder blütenhaft aufwachsenden
Durchbrechungen, um dann das
Oberlicht durch ein ziervolles Monogramm oder
eine Laterne auszuzeichnen. Eine besondere
Fruchtbarkeit entfaltet der Meister in Heizkörperverkleidungen
. Hier hat der Architekt
W. Bürger in Chemnitz einige liebenswürdige
Entwürfe geliefert, die auch der hier manchmal
naheliegenden Verwandtschaft mit Grabgittern
glücklich aus dem Wege gehen. Dagegen
weiß R. B. Witte, der als Schöpfer und
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