Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 46. Band.1922
Seite: 78
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Ein origineller
—wenigstens für
unsere Zeit —
und glücklicher
Gedanke ist der

genealogische
Becher mit den
Namen von drei
Generationen, in
der Mitte ein
Putto, während
am unteren Rande
Platz gelassen
ist für die Namen
der Nachkommen
. In diesem
Stücke liegt
der direkte Auftrag
eines Bestellers
vor; an
jedem Teile sieht
man, mit welcher
Freude und
Liebe gearbeitet
wurde, wie die
schöne Einrichtung
vergangener
Zeiten, der

unmittelbare
Verkehr zwischen
Produzent
und Konsument,
belebendauf Entwurf
und Ausführung
gewirkt
hat. Die Verteilung
der Namensschilder
auf
der Fläche, die
Gestaltung der
Schrift, die nach
Entwurf von Regierungsrat
Prof.
Rudolf Larisch
geschnitten ist,
die feine Durchführung
des
Putto, das alles
hält den Vergleich
mit den
schönsten Produkten
derHöhe-
zeit der böhmischen
Glasschneidekunst
im
17. und 18. Jahrhundert
aus.
Interessantsind

MICHAEL POWOLNY-WIEN 0 GLAS MIT ALLEGORISCHEN
FIGUREN „GESUNDHEIT, GLÜCK UND FREUDE"

Ausführung: J. & L. Lobmeyr, Steinschönau

für den Kenner
der Entwicklungsgeschichte
des Glases die
Pokale und Vasen
, die ebenfalls
nach Entwurf
Powolnys
inLobmeyrsAuf-
trag von Joh.
Lötz Wwe. (Max
Ritter vonSpaun)
in Klostermühle
angefertigt wurden
. Die Färbung
ist saphirblau
und blaugrün
, das eine
Glas ist Kristall
mit weißen, herumgelegten
Bändern
; die Form
erinnert an altvenezianische
Gläser. Mit dieser
Adaptierung
fremder Formen
vollzieht sich
aber ein Prozeß,
der schon mehrfach
zu beobachten
war, nämlich
die Beeinflussung
Böhmens
durch Venedig
, oder des

Kristallstiles
durch den Glasstil
, wie er schon
einmal in der
2. Hälfte des letzten
Jahrhunderts
sich vollzog. Und
gerade damals
war es Lobmeyr,
dessen Tätigkeit
dem ersteren
wieder den ausgedehnten
Liebhaberkreis
zuführte
, dem venezianischen
Glase in den germanischen
Ländern
den Boden
entzog. Ist es
ein Anzeichen,
daß im Kristall-

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