Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 46. Band.1922
Seite: 87
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RESIDENZMUSEUM, MÜNCHEN STUHL IN DEN TRIERZIMMERN
(um 1700) □
Phot. Riehn & Reusch, München

Rückwand verlegt, der ganze Rhythmus der
Gliederung ist energischer, kräftiger geworden.
Wieder sind die Formen der Architektur, des
Stuckdekors schwer, ernst, würdevoll (Abb.
S. 88 und 8g). Nur das mittlere Zimmer hat eine
kleinteilige, zierlichere Dekoration erhalten, die
sich gut mit der vornehmen Eleganz des oberitalienischen
Marmorkamins aus dem späten
16. Jahrhundert verträgt. Die Absicht eines
Übergangs vom schweren Prunk zum leichteren
Rhythmus, einer Betonung des Zentralraumes,
ist in der Flucht der Steinzimmer merklich.

Das ursprüngliche Mobiliar ist auch aus den
Steinzimmern verschwunden; nur die prunkvollen
Tische sind noch vorhanden, schwere

Möbel auf verschiedenartigen, geschnitzten
ornamentierten und auch eingelegten Gestellen,
mit buntfarben eingelegten Platten aus Stuckmarmor
, Marmormosaik, edleren Gestein und
Metall (Abb. S. 83). Es sind meist einheimische
Arbeiten von Blasius Pfeifer, dem unter dem
Namen Blasius Fistulator damals weitberühmten
Marmorierer, der auch die Dekoration der
Reichen Kapelle geschaffen hat. Der Gebrauchszweck
muß bei diesen Möbeln vollständig
zurücktreten vor dem Bedürfnis nach
Prunk, vornehmer Würde. Den Schmuck der
Wände bilden in den meisten Räumen die
Bildteppiche, die nach Candids Entwürfen von
Hans van der Biest in München gewebt wurden.

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