http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_46_1922/0247
ARCH. E. SCHNECKENBERG-CHARLOTTENBURG
WOHNHAUS SEEMANN-FROHNAU
Auch hier finden wir einen ganz klaren
Grundriß, der sich ebenso im Äußeren, in
rechtwinklig gestellten Giebeldächern, die die
beiden Achsen betonen, zu erkennen gibt.
Über den Flur gelangt man in die quergelegte
und schön durchgebildete Diele, die in
die Eß- und Wohnzimmer ausmündet. Rechts
vom Flur liegt die Garderobe und anschließend
daran die Küche, deren Verbindung mit dem
Eßzimmer die seitlich gelegene Anrichte vermittelt
. Links vom Flur finden wir das Wartezimmer
, von dem aus der Eintritt in das Herrenzimmer
möglich ist. Dem Wohnzimmer ist
ein Wintergarten angegliedert. Das Obergeschoß
ist den Schlafräumen vorbehalten und
im Dachgeschoß befindet sich außer der Mädchenkammer
noch ein Gastzimmer nebst zweitem
Baderaum. Dies Wohnhaus zeigt, in wohltuendem
Gegensatz und damit in innerer Harmonie
zu der strengeren Gliederung der Klinik
eine behaglichere, lockere Bauweise; hier bleibt
der Rhythmus der Verhältnisse mehr im Unterbewußtsein
.
Die beiden, hier noch abgebildeten, in der
Gartenstadt Frohnau bei Berlin benachbart liegenden
Villen Seemann und Nähler ähneln einander
in der grundsätzlichen Lage der Räume;
sie sind aber typische Beispiele dafür, wie aus
einer geringfügigen Variation des Grundrisses
die Phantasie des Baukünstlers im Äußeren etwas
völlig Verschiedenes entstehen lassen kann.
Fritz Hellwag
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