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WALTER SCHMARJE
DENKMAL DES KOMPONISTEN KÜCKEN IN BLECKEDE
DEM ANDENKEN WALTER SCHMARJES
Mit Walter Schmarje ist ein trefflicher Künstler
und Lehrer und ein Mensch von seltenen
Charaktereigenschaften von uns geschieden
. Er ist mitten aus der vollen Arbeit abgerufen
worden, erst 49 Jahre alt. Die fleißige
Werkstatt ist verwaist; eine ganze Reihe begonnener
Arbeiten harren nun vergeblich der
geschickten Hand des unermüdlichen Meisters.
Seine Schüler trauern um den Lehrer, der
ihnen ein stets hilfsbereiter väterlicher Freund
war, der sie in ungewöhnlichem Maße und mit
einer seltenen Freigebigkeit in die Fertigkeiten
des Handwerks einzuführen verstand. Eine
Reihe eben ergriffener Aufgaben, so auf dem
Gebiete der Bauskulptur, der Baukeramik, der
Grabmalplastik wiesen auf die glückliche Eröffnung
reicher Arbeitsfelder für die nächste
Zukunft.
Die Stärke Walter Schmarjes lag auf dem
Gebiete der angewandten Bildnerei, der Bauplastik
in weitestem Umfang. Er hat ihr ein
eigenes stilistisches Gepräge gegeben. Er hat
darin in Berlin eine führende und vorbildlich
wirkende Stellung gewonnen. Zeichnung, Flächenzuschnitt
und Reliefbehandlung hat er als
einer der ersten Berliner Bauskulptoren wieder
den lange verlorenen Gesetzen des tektoni-
schen Empfindens Untertan gemacht. Schmarje
war Hamburger. Es verband ihn eine Blutsund
Geistesverwandtschaft mit den tüchtigen
Baubildhauern, die seine Vaterstadt im 17. Jahrhundert
besaß, und aus deren Kreise bekanntlich
auch Schlüters Vater hervorgegangen ist.
Abgüsse von Baureliefs und Kapitellen Hamburger
Herkunft vom Ende des 17. Jahrhunderts
gehörten zu dem Lehrmaterial seiner Werkstatt.
Er gab sie mit Vorliebe seinen Schülern als
Anfangsaufgaben zum Kopieren, indem er an
ihnen mit tätiger Hand in die Arbeit eingreifend
die plastischen Bildungsgesetze erläuterte. Der
Verfasser, der einige Zeit hindurch in Schmarjes
Werkstattim KunstgewerbemuseumdieAnfangs-
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