Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 46. Band.1922
Seite: 226
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DEUTSCHE GEWERBESCHAU
MÜNCHEN 1922

wenn die valutarischen und
anderen Gründe unserer
heute so gesteigerten Exportfähigkeit
weggefallen
sind. . . .

Wirhabenbiszum Kriege
auf allen Gebieten, auch auf
dem der Politik, viel zu materiell
, ich möchte sagen:
viel zu quantitativ gedacht.
Wir glaubten, ein Volk, das
sich jährlich rapid vermehrt,
das jährlich ebenso rapid
seinen Export steigert, wäre
schon dadurch ein starkes,
ein durables Volk. Wie wir
auf künstlerischem Gebiete
oft Pracht, ja Protzentum
für Schönheit nahmen, so
verwechselten wir auf dem
Gebiet der nationalen Betätigung
oft große Worte
und Gesten mit wirklicher
Kraft und innerer Stärke.
Wenn wir aus diesen Jahren
des Elends eins gelernt haben
, wenn alle Parteien und
Schichten unseres Volkes
eins lernen müssen, dann ist
es die Gesinnung, die hier
aus allen Hallen spricht:
die Besinnung auf das Echte
und Ursprüngliche unserer
nationalen Begabung, die
Erkenntnis, daß Warenstapel
und technische Wunder
allein noch keine Volkskultur
ausmachen, daß der

FR. LOMMEL e KARYATIDEN IN
DER VORHALLE DER HALLE I □

Wiederaufbau Deutschlands vor allem die Frage
einer neuen, einer echten, einer von innen und
unten wirklich gewachsenen staatlichen und
nationalen Gesinnung ist.

Die Besinnung auf das wirkliche deutsche
gewerbliche Können ist Ihnen mit Recht zunächst
eine Besinnung auf das Heimatliche,
auf das Volkliche, auf das unbewußt Gewachsene
gewesen. Überall sehen wir heute das Bemühen
kräftig, uraltes individuelles Einzelkönnen
und Einzeltradition vor der drohenden
maschinellen Uniformierung zu retten. Wir tun
das nicht aus Altertümelei, sondern weil wir
in diesem ererbten Gut die Grundlage für allen
Aufbau und Neubau sehen. Sie haben aber
gleichzeitig verstanden — und die Kunststadt
München ist immer gerade darin groß gewesen
— die künstlerischen Ideen der Zeit,
ja des Tages kräftig zu bejahen und aus Altem
und Neuem jene stimmungsvolle Harmonie

herzustellen, die aus dieser Stadt jene heitere,
ewig neue und doch organisch gewachsene
Schöpfung hat entstehen lassen, die ganz
Deutschland bewundert. Ich meine, daß die
Deutsche Gewerbeschau auch von diesem Geiste
ein Symbol ist und ich meine, daß sie auch
in dieser Richtung ein Symbol für das Deutschland
der Zukunft sein sollte."

Altes undNeues in stimmungsvollerHarmonie:
schon im Rahmen der Deutschen Gewerbeschau
wird der Zusammenklang ersichtlich. DieHallen,
in denen die Ausstellung sich auswirkt, stehen
seit dem Jahre 1908 droben auf der Theresien-
höhe, im Ausstellungspark. Sie gehören zu den
glücklichsten und verwendbarsten architektonischen
Schöpfungen, über die München verfügt.
Nacheinander beherbergten sie die Münchener
und die Bayerische Gewerbeschau, dazwischen
Fachausstellungen mannigfaltigster Art, und
immer erwiesen sie sich in ihrer Groß-

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