http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_46_1922/0345
ADOLF HILDEN BRAND-PFORZHEIM
DREITEILIGES ALTÄRCHEN
MIT EMAILSCHMELZARBEIT
Dachform, welche unterVermeidung von Mansardschrägen
im Innern die größte Ausnützung gestattet
. Von der Inneneinrichtung mit Normenmöbeln
des Rosipalhauses fällt als besonders reizvoll
das Kinderzimmer auf.
Professor Zell hat zwei Häuser entworfen:
das ungemein anmutige Blockhaus hinter dem
Wasserbecken für Kunstmaler Karl Throll, welcher
zum Teil auch das Innere bearbeitete, und
das zerlegbare Einfamilienhaus der Kölner Holzbauwerke
. Kennzeichnend für beide ist der
Grundriß, welcher Wohnräume und Wirtschaftsräume
prinzipiell trennt. Diese Trennung hat
zweifellos große Vorteile, verlangt aber auch
Opfer an Raum, Türen und Fenstern. Man wird
unwillkürlich zu der Frage gedrängt, ob bei so
kleinen Verhältnissen heute mehr als ein Dienstbote
für einen solchen Haushalt angenommen
werden darf und ob dann diese Grundrißlösung
sich vollauf bewähren wird.
Das Gegenstück zum Niemeyer-Haus am Wasserbecken
ist ein Doppelhaus der Typenbaugesell-
schaft Brannenburg, die diese Häuser serienweise
herstellt. Der Architekt Winter hat hier einen bewährten
Kleinhaustyp mit Wohn- und Spülküche
geschaffen und die Vereinigte Hausratshilfe (München
, Berlin) hat die bescheidenen Räume mit
einfach ansprechenden Möbeln eingerichtet. Darunter
sind auch zwei Zimmer von Tessenow. —
Das eine der beiden massiven Häuser ist in Ambi-,
das andere in Schlackensteinen errichtet.
Gegen den Vergnügungspark zu schließen sich
noch an: das Voralberger Sommer-Jagdhaus (von
Joseph Schöch und Architekt Zickler) in solider
Blockholzbauweise, ferner das größere Ingolstädter
Holzhaus — ein oberbayerisches Landhaus — von
Architekt Uhlmann mit einer Innenausstattung
von Wallach, und endlich das Gebäude der bayerischen
Landessiedlung mit Wohnhaus, Stall und
Scheune. Das sehr geräumige Ingolstädter Haus,
äußerlich durch die grünen Horizontallinien charakteristisch
, ist für heutige Verhältnisse schon
fast ein Luxusbau zu nennen. Besonders gelungen
ist die Veranda. Die Einrichtung macht im
ganzen etwas den Eindruck von „Ausstellung". —
Die Landessiedlung unterscheidet sich schon auf
den ersten Blick ganz wesentlich von den übrigen
Bauten der Gewerbeschau: sie ist eine land-
295
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_46_1922/0345