Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 47. Band.1923
Seite: 32
(PDF, 72 MB)
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treibende und Kunstfördernde die conditio
sine qua non. Selbst die Athener plebs hätte
einen Mann wie Phidias nicht aufkommen
lassen. Höheren und höchsten Orts gefällt
man sich jetzt, plebejermäßig zu denken. Wenn
dort ein besserer Lufthauch hindringen könnte,
würde es von nicht geringer Wirkung sein"
(398). „Ich bin sehr konservativer Natur und
überzeugt, daß man, wenn man sein Dasein
nicht verzetteln will, auf die Erhaltung bestehender
Verhältnisse, ja auf deren Befestigung
bedacht sein muß. Und in unserer Zeit
mehr wie je, wenn man nicht in die durch
die Ausbreitung der Emporkömmlinge beförderte
decadenza hineingerissen werden will"
(278). „Ein Staat ist überhaupt nicht capable,
etwas Ersprießliches für Kunst zu tun. Das
einzige, was er tun könnte, wäre 99:100 der
lebenden Künstler zu pensionieren, unter der
Bedingung, daß sie nichts mehr machen dürften.
So wie die Sachen jetzt stehen, ziehen mit
wenig Ausnahmen nur Kunst- und Künstlerpöbel
Nutzen vom Staat" (310).

Ein Gesamturteil über sein künstlerisches

und menschliches Sein fällt er selbst an den
folgenden Stellen: „Wenn ich nun selbst etwas
über meine Sachen sagen soll, so weiß ich,
daß sie, infolge eines unbedingten Triebes entstanden
, aus einer reinen Verehrung für die
Werke der Schöpfung und der größten Liebe
zu ihnen hervorgegangen sind und es der Darstellung
an derber, unverdorbener Sinnlichkeit
nicht fehlt" (394). „Im großen Ganzen habe
ich mich vielleicht doch zu einer wirklich
humoristischen Lebensanschauung durchgefressen
, die einen lehrt, Ironie und Sarkas-
mus zu verschmähen, sich das Gemeine mit
leidlicher Art vom Halse zu halten und der
Dummheit gegenüber, wo man sie erkennt,
in Gottes Namen das Hasenpanier zu ergreifen.
In der Hauptsache kann ich mich daher nicht
für einen unglücklichen Menschen halten und
möchte auch nicht dafür gehalten werden" (365).
Und man stimmt gern bei, wenn er schreibt:
„Übrigens will es mich mitunter bedünken, daß
eine Existenz wie die meinige in denen, die
ihr einigermaßen nahestehen, nur Beruhigung
und schließlich Freude erregen könnte" (348).

Dr. Karl Gerstberger

J. W. FEH RLE

HEILIGER FLORIAN
(ZEMENT, BEMALT)

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