http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_47_1923/0103
GOYA
WEIBLICHES BILDNIS
der aufständigen Madrider Bürger durch die
Franzosen in der Nacht zum 3. Mai 1808" des
expressionistisch gesinnten Goya zeigt vielleicht
am besten den grundlegenden Unterschied der
beiden Kunstanschauungen und offenbart zugleich
den tiefen Sinn der „Aktion" bei Goya.
Bei Manet, trotz des dramatischen Vorwurfs,
ein absolutes Entspannen der Situation, ein zur
Erzielung reiner Impression, zur Wahrung eines
absolut gleichmäßigen Eindruckes bewußtes
Gleichgültigmachen der Aktoren, der Einzelerscheinungen
; alles ordnet sich dem malerischen
Rhythmus und dem Streben nach einem
möglichst flächigen Fernbild unter, nicht jener
Totalität der geistigen Bildidee, dem „Erschießen
", das bei Goya die Hauptsache ist. Wenn
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