Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 47. Band.1923
Seite: 223
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OTTO PIPPEL

AUS DER KRIM

ausgeprägten Form ein Grundirrtum liegen muß.
Wir kommen der Erkenntnis hier wesentlich
näher, wenn wir davon ausgehen, daß diese
Künstler genau dasselbe wollen wie jeder Maler,
dessen Art wir heute akademisch nennen. Sie
wollen nämlich alle ein Bild malen. Und hier
beginnt ihr Irrtum. Denn ein Bild ist ein Stück
eingerahmte Leinwand oder Pappe, ist also
eine genau begrenzte Fläche, deren künstlerische
Ausschmückung nur dann einen Sinn hat, wenn
sie für diese und für keine andere Fläche gedacht
ist. Dazu kommt noch, daß der Sinn der

Bemalung von Leinwand oder Pappe ebenfalls
in dem zum Malen verwendeten Material liegt.
Wenn der Künstler ein Stück Landschaft malt,
so hat* er das Bild in einer ihm am besten erscheinenden
Größe ebenso deutlich vor Augen
wie die Technik, in die er sein Motiv zu übersetzen
gedenkt. Sehen wir uns aber die supre-
matistischen, die Kunstwerke des Abstraktismus
genau an, so finden wir, daß Material und
Technik hier völlig nebensächliche Dinge sind.
Der begrenzende Rahmen hat keinen Sinn, weil
diese Linien oder Farben ebenso in jeder anderen

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