http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_47_1923/0345
MÜNCHENER LANDSCHAFTER IN DER GALERIE ZICKEL
Bei dem zurzeit so lebhaften, ja fast überwiegenden
Interesse für die Landschaftsmalerei
war es ein kluger Gedanke, an etwa
rund ioo ausgewählten Gemälden eine kleine
Retrospektive dieses Spezialfaches zu veranstalten
. So führte eine blumige, sauber durchgemalte
„Rast vor der Schenke" von F. Kobell an den
Jahrhundertanfang, um 1800. W. Kobell präsentierte
sich mit einem „See mit Kirche" in großen
Figuren mit langen Schlagschatten im Vordergrund
, den bekannten farbigen drei Gründen
und duftiger Ferne. Der jüngere Dorner war
mit einer sehr glatt durchgeführten, in den
Farben sonoren „Herde" von 1824 und einem
schwungvollen, phantastisch dekorativen Ge-
birgsbild von 1850 in blasseren, zerfließenden
Farben vertreten. Auch Wagenbauer fehlte nicht,
leider aber die beiden Dillis. Größtes Interesse
erweckte eine große „Ansicht Heidelbergs" mit
romantisierender Staffage, mit Einblick in das
Straßenbild und mit weitem Neckar-Blick von
K. Rottmann, von dem noch ein weitgestufter
„Starnberger See" im warmen, rötlichen Abendsonnenlichte
fesselte. Ein „Campagna"-Bild
Bürkels lehrte diesen Meister in noch engstem
Anschluß an Rottmann kennen. Wie ein Klein
Die Kunst für Alle. XXXVIII.
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