Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 47. Band.1923
Seite: 338
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RUDOLF SCHRAMM-Z1TTAU

ZUFAHRTSSTRASSE ZUM ENGLISCHEN GARTEN

Glaspalast München. Secessijn

wohnten klassizistischen Denkmäler können
durch Figuren, Reliefs, Friese allegorisch gesteigert
werden, aber sie behalten mit ihren
Rotunden, Nischen, Säulen, Portal- und Altarformen
für das Gefühl etwas Neutrales und
den gegenwärtigen Menschen Ausschließendes.

Der Entwurf Wechs-Finsterwalder-Knappe
könnte dagegen bezeichnet werden als eine freie
Form der Krypta, ein aufgeschlossener und
doch denkmalhaft zusammengehaltener Grabraum
, der in seiner Einsenkung in Ruhe lagert
und doch an der mehrfachen Abtreppung des
ganzen Platzes in feiner Entsprechung teil hat.
Das Verhältnis von Bewegung und Ruhe in
der Horizontale und auch mit leisen und dann
-am Schluß gesteigerten Brechungen in der
Vertikale gibt ihm einen architektonischen Gehalt
, der sich sinnvoll aus dem menschlichen
Gang und dem Zustrom der Gedächtnistragen-
■den umsetzt. Die Architektur spricht in lichten

Verhältnissen von Raum und Masse bis zu
dem Zentrum der Grabhalle, in einer gewissen
klaren Spannung der Linien und, was ihr Eigentümlichkeit
gibt, mit einer plastischen Aus-
gewichtung, in der eben das Zentrum einen
stillen Widerhalt bedeutet. Man wird sich besonders
auf die Reliefierung der Stirnwände
und Wandglieder freuen dürfen, in denen sich
die Sprache der geometrischen Kanten in die
organischen Züge und Faltungen eines neuen,
gewissermaßen gotisch empfundenen und doch
durchaus modernen Reliefstils umzusetzen verspricht
; eine sinnhafte Auflockerung der Baumasse
, die von eigenwilliger Feinheit ist und
durchaus ohne allegorische Zutat wirkt, sondern
mitten aus dem Leben und dem deutschen
Kriegsgedächtnis heraus, wie formal aus dem
Baublock entsteht. Der Entwurf trägt das Merkmal
jugendkräftiger Ursprünglichkeit an sich.

K. W.

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