Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 47. Band.1923
Seite: 371
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BERNHARD SOPHER H PORTRÄTBÜSTE (ROTER PORPHYR)

BERNHARD SOPHER

Die Bildhauerei in Düsseldorf darf nicht nach
den leider so dauerhaften öffentlichen Denkmälern
beurteilt werden. Die rheinische Kunststadt
hat auf diesem Gebiete ausgesprochenes
Unglück. Man lese in Möppi, Roman eines
Hundes, von dem einheimischen Malerdichter
Adolf Uzarski, die Schilderung des Kaiser-
Wilhelm-Denkmals auf dem Hindenburgwall!

Die Bildhauerei in Düsseldorf ist auch sonst
ein nicht eben erfreuliches Kapitel. Lehmbruck
hat einmal zu den Unsrigen gehört und verdankte
zweifellos seinem akademischen Lehrer
Karl Janssen wenigstens technische Schulung.
Aber was aus dieser Düsseldorfer Frühzeit des
unter äußerer Not Leidenden bekanntgeworden
ist — Westheims Verzeichnis in seiner Monographie
ist nicht ganz vollständig — zeigt durchaus
nicht immer die Klaue des Löwen, ist vielmehr
nur zu sehr „Düsseldorf". An der Kunstakademie
ist es durch die Berufung von Hubert
Netzer und Richard Langer inzwischen besser
geworden; unter den älteren Schülern, ich nenne
Rübsam und Sommer, sind einige starke Begabungen
.

Abseits der Akademie haben nur wenige Bildhauer
sich durchgesetzt. In dieser Malerstadt
haben es ja auch die Graphiker schwer. Man
mag über den höchst anfechtbaren Geschmack
des durchschnittlichen bilderkaufenden Publikums
spotten, aber es ist Tatsache, daß es
wenige Städte in Deutschland gibt, wo der Besitz
schöngerahmter Ölbilder auch in Kleinbürgerkreisen
so als Pflicht empfunden wird,
wie in Düsseldorf. Auf den großen Kunstaus-

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