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BERNHARD SOPHERoMONGOLISCHER PHILOSOPH(EISENGUSZ)
sind, Ehrfurcht, nicht Furcht erwecken; die
im lautern Sinn ein memento vivere sind, was
eigentlich jedes Grabmal sein sollte, wenn es
der kunstwertige Ausdruck des Glaubens an
die Unsterblichkeit sein will.
In antiken Friedhöfen kann man, heute leider
nur mehr vereinzelt, Grabmäler dieser edlen Art
noch finden. Wem es vergönnt war, den attischen
Friedhof am Kerameikos oder die Gräberstraße
des alten Pompeji zu besuchen, wer die Beerdigungsstätten
des jüdischen Volkes rings um
Jerusalem, mit ihren labyrinthischen Grabgängen
im Erdboden oder den Felsenwänden, wer die
Katakomben Roms mit ihren anmutigen Wandmalereien
und Pfeilergrabsteinen sah, dem wird
unvergeßlich die Erinnerung an den hohen Stimmungswert
der antiken Kunst als Erweckerin
religiöser Empfindungen bleiben.
Auch aus späterer Zeit sind uns noch an
vielen Orten, wie Inseln sogar in einigen Großstädten
des Kontinents, Friedhöfe erhalten geblieben
, die in nicht minder künstlerisch bedeutender
Weise Zeugnis geben von der seelischen
Vertiefung, der sittlichen Läuterung ihrer Urheber
. Es sind das namentlich die aus der Empire
- und Biedermeierzeit stammenden Friedhöfe
. Sie veranschaulichen überaus eindrucksvoll
und überzeugend, daß es nicht der Formenstrenge
und ernsten Würde der Antike, nicht
des Fantasiereichtums der Gotik, nicht des
Formenreichtums der Renaissance und nicht
des Prunkes der Barocke bedarf, um künstlerisch
hochwertige Grabmalkunst nervorzubringen,son-
dern daß es jeder Zeit gelingt, in den ihrem Stilempfinden
gemäßen Formen kunstwertige Grabmäler
zu schaffen, wenn man nur den schöpferisch
begabten Künstlern der jeweiligen Zeit die Gelegenheit
zur Betätigung gibt. Unsere Großväter
waren sich dessen bewußt, und einer der ihren,
Adalbert Stifter hat dem Wortausdruck ver-
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