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WILHELM KRIEGER-HERRSCHING
dem sie jedem Wetter trotzt. Da „sitzt" jeder
Schlag und jeder Strich.
Krieger ist Friese, geboren 1877 auf Norderney
. Das Wort Friese macht uns seine Kunst
verständlich: ruhige Beobachtung, Sachlichkeit,
klarer Verstand, zähe Geduld, eine gewisse
Nüchternheit bei aller Gemütstiefe, eine tiefinnerliche
Wahrhaftigkeit, die keinen falschen
Schein, kein leeres Getue, keine unwahre
Sprache oder Geste, keinen „Flitterkram" vertragen
kann. Damit notwendig verbunden ein
Mangel an dem, was die Griechen als Manie,
als das Dämonische der Künstler bewunderten.
Der Künstler, 45 Jahre alt, hat diese seine
Berufung zur Plastik erst vor wenigen Jahren
WINDHUND (BRONZE)
gefunden, ist noch im Aufstieg und stellt sich
mit echtem Künstler-Mut und gleich echter
Künstler-Verzagtheit stets größere Aufgaben.
Jetzt sollen es Rassepferde und Zuchtvieh werden
, also Arbeiten, für die ihm die bescheidene
Werkstatt in Herrsching am Ammersee nicht
ausreichen würde, weshalb der Künstler, dem
endlich der verdiente Erfolg Bewegungsfreiheit
gibt, eine größere herrichtet. Sein Material sind
Bronze und Stein. Beide behandelt er mit gleichem
Respekt, mutet keinem etwa zu, was es
seiner Art nach nicht leisten kann, gibt auch
kein Stück aus der Hand, ohne es selbst bis
zum letzten Strich fertig gestellt zu haben.
Prof. Ludwig Gurlitt
EIN NACHWORT ZUR DEUTSCHEN GEWERBESCHAU
17in Nachwort, keine Nachrede. In schwerster
Zeit geplant, trotz wachsender Schwierigkeiten
durchgeführt, ohne Verlust abgeschlossen, bedeutet
die Deutsche Gewerbeschau (D.G. Sch.) schon hie-
durch eine außerordentliche Leistung. Sie hatte aber
auch durch Darbietung und Inhalt vielfachen undbe-
deutsamen Erfolg: sie erfreute sich eines riesenhaften
Besuches und fand bei der führenden deutschen
Kritik, wie in der Presse des Auslandes, selbst Frankreichs
(Humanite), Anerkennung.
Die Ausstellung wollte durch eine Übersicht
künstlerisch veredelter Arbeit dieser einen neuen
Ansporn geben, deren gegenwärtigen Stand erkennen
und ihn weiter treiben — die geschäftliche Seite
lag mehr im Hintergrund. Dieser idealen Grundabsicht
entspricht es, wenn wir heute versuchen uns
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