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GUSTAV OPPEL-DRESDEN
TÄNZERIN UND FLÖTENSPIELER
PORZELLANFIGUREN VON GUSTAV OPPEL
Thüringer Porzellan hatte jahrzehntelang bei
den Kunstkennern keinerlei Kurs; es war
die Kunst des süßlich Niedlichen, der durchbrochenen
Spitzen in Porzellan, die so einfach
herzustellen sind und von der Kunstplebs so
bewundert wurden, die Kunst des nachgeahmten
und dabei verfälschten Rokoko — verblasenes
und verschwommenes Zeug in gleißenden Farben,
ein Greuel für den wirklichen Kunstfreund.
Da brachten die Schwarzburger Werkstätten
für Porzellankunst in Unterweißbach einen
Umschwung; ein künstlerisch empfindender
Direktor machte dem hergebrachten Schlendrian
, der gewohnheitsmäßigen Fabrikation von
Porzellangreueln ein Ende, indem er neue Modelle
von wirklichen Künstlern herstellen ließ
und die Porzellanarbeiter zum Verständnis für
künstlerische Arbeit erzog.
Die Figuren und Gruppen, die wir heute
unsern Lesern vorführen, stammen von einem
der besten Künstler, die für die Schwarzburger
Werkstätten arbeiten: Gustav Oppel aus
Volkstadt in Thüringen, einem echten Porzel-
lanplastiker. Es gehörte zu den schweren Irrtümern
der verflossenen kunstwidrigen Zeit des
vorigen Jahrhunderts, die wir zum Teil mit
durchlebt haben, daß man glaubte, jeder Bildhauer
könne ohne weiteres auch für Porzellan
arbeiten. So pflegte der Dresdner Klassizist
Ernst Hähnel alle seine Bildwerke in verkleinerter
Gestalt in die Meißner Manufaktur zu
senden, und dort wurden sie ohne weiteres in
Porzellan nachgebildet — wahre Gegenbeispiele
zu den klassischen Werken eines Hörold aus
der Rokokozeit, die Meißen berühmt gemacht
haben. Ein Bildhauer, der als Porzellanpla-
stiker etwas Ansehbares leisten will, muß sozusagen
im Porzellan groß geworden, mit ihm
verwachsen sein. Das gilt auch von Gustav
Oppel, der von Jugend auf als Modellierer in
seiner thüringischen Heimat ausgebildet wurde
und damit das Handwerksmäßige des Porzellan-
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