Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 48. Band.1923
Seite: 209
(PDF, 54 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_48_1923/0243
HAUS SCHWICKERING

Als wir Haus Schwickering entdeckten, war es
k. eine Ruine. Im Erdgeschoß waren Kühe
untergebracht, oben war Heuboden, das Dach
zusammengestürzt; im ganzen Haus nur noch
einige Balken. Die Lage des Hauses in dem
westfälischen Flachland, der unbegrenzte weite
Blick, den man von hier aus genoß, bestimmte
meinen Bauherrn, das Haus zu kaufen und mit
wenig Mitteln wollten wir es notdürftig wieder
herrichten.

Hier sollte ein Industriemensch wieder lernen
, Schönheiten der Natur zu sehen, das Pflanzenleben
zu spüren und so einen Ausweg finden
aus all dem nervösen Hasten und Treiben.
In diesem Hause sollten keine falschen Repräsentationen
und alles was in der Großstadtwohnung
wichtig erscheint, zu sehen sein. Einfachheit
, jedoch reizvoll. Einen sommerlichen
Charakter sollte das Ganze tragen. Es sollte
nicht erinnern an das typische „Schloß am
Wannsee", das dem reichen Berliner gehört,
wo das Speisezimmer seine unvermeidlichen
Gobelins und Glasvitrinen haben muß. Es sollte
einen Zauberkreis schaffen, wo es nichts Graues
gibt, ehrlicher Wille, strenge Forderungen. Aus
Farbe und Form sollte Behaglichkeit strömen.

Die Diele hat weiße Wände, von denen sich
die dunklen Möbel, besonders der große Schrank
(kaukasisch Nußbaum), wirkungsvoll abheben.
Die Fenster sind tief bis zum Boden gezogen
und gewähren reizvolle Ausblicke in die das
Haus umgebenden Gärten. Die Möbel sind mit
rotem Samt überzogen, aus gleichem Stoff sind
die Fensterbehänge.

Das angrenzende Zimmer der Dame hat weißgrüne
Wände und Mahagonimöbel. In zarten
Farben gehaltene Ranken verzieren die Wände
und geben dem Raum Wärme und Innigkeit. In
primitiver Weise sind kleine Bücherbretter in
halbrunden Nischen untergebracht, darunter in
der Vertäfelung kleine verschließbare Schränke.

An der Gartenseite wurde ein rundes Frühstückszimmer
dem Haus vorgebaut, das eine
reiche, freudige Wandmalerei auf wasserblauem
Grunde erhielt. Als Möbel sind nur Tisch und
Stühle in hellgrüner Farbe hineingebracht, dafür
im Vorraum ein kleiner Anrichteschrank
in rotem Lack. Die Leuchter sind aus Silber,
in den Tiefen blau, der Boden besteht aus mehrfarbigem
Marmor.

Im Eßzimmer sind die Wände gelb, die Möbel
aus Kirschbaumholz unter teilweiser Verwendung
von rotem Lack, der vorgelagerte Erker
ist gemalt, der Leuchter zitronengold mit grau
gehalten.

Das Elternschlafzimmer hat rosa Wände unter
teilweiser Verwendung von Silber in den Profilen
, die Möbel sind aus Pyramiden-Mahagoni,
die Farben der Dekoration am Bett und Fenster
sind grau und blau, des Spiegels und der halbrunden
Kommode mattschwarz für spätere Malerei
, die Leuchter sind aus Silber.

Den Garten, dessen Anlage von Oswald
Woelke in Düsseldorf stammt, beleben Teehäuser
, Wasserflächen u. a.m. Sämtliche Holzarbeiten
wurden von den „Bremer Holzkunstwerkstätten
", Joh. Andresen, ausgeführt, die
Malerei von A. Weißmann, Berlin. Als Mitarbeiter
an dem Bau ist Architekt Schmidt, Düsseldorf
, zu nennen.

U.

tjutn

i

ARCH. E.FAHRENKAMPsHAUS SCHWICKERING
GRUNDRISSE VON ERD- UND OBERGESCHOSZ

Dekorative Kunst. XXVI. 10. Juli 1923

20g

28


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