Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 48. Band.1923
Seite: 210
(PDF, 54 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_48_1923/0244
ARCH. E. FAHRENKAMP HAUS SCHWICKERING: DAMENZIMMER. SCHREIBTISCH U. OFEN

DAS ZU GROSSE HAUS*)

Ein großer Teil der vor dem Kriege gebauten
Landhäuser, man kann beinahe sagen der
größte Teil, ist zu groß gebaut. Die Wünsche
der zukünftigen Bauherren gingen fast in allen
Fällen zu weit. Denn selbst wo reiche Mittel
vorhanden sind, findet die Größe des Hauses
ihre Grenze in der Bewirtschaftungsmöglichkeit
. Ein großes Haus ist nur dann ein reiner
Genuß, wenn so viele Dienstboten gehalten
werden können, daß für seine Pflege und Bedienung
vollauf gesorgt ist.

Der Grund für das vor dem Kriege übliche
Zugroßbauen war meistens in der Angst des

*) Wir entnehmen diese Ausführungen dem Buche: Kann
ich auch jetzt noch mein Haus bauen. Richtlinien für den
wirklich sparsamen Bau des bürgerlichen Einfamilienhauses
unter den wirtschaftlichen Beschränkungen der Gegenwart von
Hermann Muthesius. München, F. Bruckmann A.-G.

Bauherrn zu suchen, beim Bauen nur ja nichts
zu vergessen. Da der Bau eines Hauses in
Deutschland, wie bereits erwähnt, als eine Art
Luxus aufgefaßt wurde, so war es nur natürlich
, daß jeder das, was er von seinem Hausbau
erhoffte, auch in der denkbar vollkommensten
Form erlangen wollte. Man stellte sich
also sozusagen ein Musterhaus vor, in dem
alles enthalten war, was das Herz sich wünschte
und der Sinn begehrte. Die deutsche Gewissenhaftigkeit
und Gründlichkeit dachte die Aufgabe
bis in die letzten Verzweigungen aus. Der
Bauherr sann förmlich darüber nach, welche
Bedürfnisse sich etwa noch einfinden könnten
und hielt es für richtig, sie beim Bauen des
Hauses voraussehend zu berücksichtigen, „denn
man baute ja im Leben nur einmal".

210


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_48_1923/0244