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• L
HERMANN HALLER
SÄERIN
HERMANN HALLERS PLASTIK
Der Sinn der Kunst bleibt immer derselbe —
ein intuitives Erleben der Natur in und
außer uns. Dieses Grunderlebnis ist in jeder
Kunst dasselbe. Nur der Ausdruck und die
Ausdrucksmittel sind in den einzelnen Künsten
verschieden. Während es dem Maler gegeben
ist, das Schwingen, Oszillieren, die farbige Erscheinung
der Dinge als eine ihnen eigentümliche
Schönheit aufzufangen und diese in einem
bestimmten Rhythmus, in farbigen Harmonien,
Die Wiedergabe der Abbildungen dieses Aufsatzes erfolgt
mit Erlaubnis der Galerie Lutz & Co., Berlin, Unter
den Linden 21.
Die Kunst für Alle. XXXIX. Oktober 1923 j
auszudrücken, wird der Bildhauer an den Körper
selbst verwiesen. Im Gegensatz zum Maler,
der den farbigen Schein einer idealen Welt auf
die Fläche projiziert, hat es der Bildner mit
körperhaftem realem Sein, einer aber gleichfalls
künstlerisch geschauten Welt zu tun. Denn auch
er gibt nur Phänome, auch nur den Schein von
einem Sein, die optischen Wirkungen, Höhen,
Tiefen, wie sich das als Plastik Erkannte dem
Auge darstellt. Die Plastik hat es nicht bloß wie
die Malerei mit zwei, sondern mit drei Dimensionen
zu tun. Der Maler, sofern er nach räumlichen
Wirkungen strebt, schafft eine illusioni-
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