Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 49. Band.1924
Seite: 28
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WILLIAM STRANG

TOTENTANZ

Strang selbst pflegte daneben noch etwas
Besonderes: die starke Bewegung im Akt. Er
hat für englische Verhältnisse ungewöhnlich
viel Aktmalerei getrieben. In der Farbe und
in der sorgfältigen Faktur mußten diese Akte
selbst das englische Publikum befriedigen. Aber
sie sind himmelweit von der seichten Schönfärberei
eines Leighton, Poynter und tutti
quanti entfernt. Strang stellte sich immer lebhafte
Bewegungsprobleme: manchmal erinnert
man sich davor an Buonarroti.

Wenn nun auch allmählich der Maler Strang
sich einigermaßen durchzusetzen begann, so
verdankt er seinen plötzlichen großen Ruf

etwas ganz anderem, nämlich seiner Kunst der
Bildniszeichnung. Angeregt durch die Zeichnungen
Holbeins in Windsor, bildete er eine
besondere Manier aus, mit der er einen durchschlagenden
Erfolg erzielte. Auf mit Umbra
getöntem Papier zeichnete er die Gesichtszüge
und das Haar mit schwarzer Kreide. Die Umrisse
, die Flächen wurden dann sorgfältig mit
Rotstein eingesetzt und schließlich die Glanzlichter
mit dem Gummi aus der Umbraschicht
herausradiert. Drei Stunden angestrengter Arbeit
genügten, um so ein Bildnis entstehen zu
lassen; selten war eine zweite Sitzung nötig.
Das Ergebnis mußte die Besteller gefangen-

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