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HANS VON MAReES BILDNIS FIEDLER
Ausstellung der Galerie Thannhauser, München
den Kampf mit Windmühlen und mit der erhabenen
Absurdität der „Kunst".
Man findet die Heimlichkeit der großen Emphase
noch deutlicher als in dem großen Anspruch
der späten Triptychen der Münchner
Staatsgalerie in der kreisenden, rasenden Romantik
der Zeichnungen. Wagenlenker kommen
mit schäumenden Rossen. Es geht um
einen der Siege, der großen Siege auf der
Rennbahn im Angesicht der Antike eines versammelten
Volkes! Es geht um die waghalsigste
der Reisen: um die Reise der Sonnenpferde
des Phöbus von der Stunde der rosen-
fingrigen Eos über den Scheitel selbst des
Jupiter in die nächtige Tiefe des Ozeans!
Darf man sagen, dieser Phöbus sei aber
endlich nur ein Ikarus gewesen, der mit zerlösten
Flügeln ins grundlose Wasser stürzt?
Darf man noch sagen, die Elemente seines
Blutes und Lebens seien wie Flügelfedern, die
nur mit Wachs gefügt sind und in der Glut
der höchsten Höhe aus ihrer Verbindung
fallen — aus der Einheit der triumphierenden
Persönlichkeit? Man darf es sagen, soll es
sogar; doch kaum gesagt, ist es vergessen und
schier schon ungültig . . .
Die Ausstellung enthielt noch manches klassische
Stück des Meisters; einiges vom Bekanntesten
— so das herrliche Doppelbildnis
Grants und Hildebrands. Aber dies ist das
Schöne, mehr als Zureichende: daß man gezwungen
wird, in jedem Sektor des Werkes
des Marees das Ganze zu sagen, das man nach
eigenem Vermögen eben fähig ist, auszusprechen
. Wilhelm Hausenstein
Wer den besten Regeln ohne Genie sklavisch folgt,
fehlt allemal, aber der Nutzen der Regel bleibt.
Chr. Ludwig v. Hagedorn
Wer Willkür und Phantasie den schönen Künsten
entziehen will, stellt ihrer Ehre und ihrem Leben als
ein Meuchelmörder nach und versteht keine andere
Sprache der Leidenschaften als der Heuchler selbst.
J.Georg Hamann
Die Kunst für Alle. XXXIX
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