http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_49_1924/0098
EDWIN SCHARFF
RELIEF „LIEBESPAAR" (1920)
sonders geeignet: es ist ihm Malerei mit plastischen
Mitteln. Daraus ergibt sich dessen außerordentliche
Flachheit, die Dünne der einzelnen
Schichten.
„Das Liebespaar" (1920) ist in einem Raum
mit Fenster gedacht, von dem aus das Licht
um die Gruppe spielt. Kontraste der weichen,
flutenden Mädchenformen und der zügigeren
Männergestalt, das Stützenhaft Stehende im
Jüngling und das sich Emporrankende der Geliebten
, das Nebeneinander des Unten und Ineinander
des Oben, die dämmerig umflossene
Stimmung des Ganzen machen den besonderen
Reiz dieses lebensvollen Werkes aus.
„Die Reiter" (1920) tummeln sich wie in
Wolken. Die edlen Jünglinge auf ihren feuerigen
Rossen erinnern an die Parthenonreiter,
von denen sie durch das Atmosphärische und
Visionäre sich unterscheiden.
In den „Zwei Frauen" (1923) ist eine blumige
Fülle des Leibes mit geringsten Hebungen
und Senkungen der Flächen erreicht. Beide
stehen unter einem musikalischen Eindruck,
der ihnen zum Erlebnis wird. Über die Linke
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