http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_49_1924/0099
EDWIN SCHARFF
RELIEF „REITER" (1920)
strömt es in solcher Fülle herein, daß sie sich
dagegen verhüllt und doch zugleich darin einhüllt
, ihm sich entgegenweitet. Wie ein
Wellenschlag geht es von ihr auf die Freundin
über, die sich willig erschließt. Zwischen
beiden ersteht etwas wie die spannige Wand
eines Glaskelches, indem der Klang sich gleichsam
verfängt und voller wird, um zugleich
in jeder auf ihre besondere Art auszuschwingen.
Alle Poesie kommt hier von der Form, die
äußere Anschauung löst die innere aus. Damit
gehören diese Werke der bildenden und nicht
der literarischen Kunst an. Jos. Popp
GEDANKEN UBER KUNST
Was ersetzt bei Homer die Unwissenheit der Kunstregeln
, die ein Aristoteles nach ihm erdacht, und was
bei einem Shakespeare die Unwissenheit oder Übertretung
jener kritischen Gesetze? Das Genie!
Hamann
Manier ist Tat der Persönlichkeit, sie ist der Zustand
der Produktivität, wo das Subjekt, ohne sich um
Natur oder Idee ängstlich zu bekümmern, das, was
ihm nun einmal geläufig ist, mit Bequemlichkeit ausführt
. Goethe
Alle Kunst ist~menschlich und nicht griechisch.
Heinse
Die Kunst für Alle. XXXIX.
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