Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 49. Band.1924
Seite: 180
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BART. SPERANDIO □ FEDERIGO DA MONTEFELTRE

Devise: „quid tum?" Jeder Mensch sollte gezwungen
sein, seine Arbeit in eine Prägnanz
zusammenzufassen. Ich wähle mir das Wort
Brunetto Latinis an seinen größeren Schüler
Dante, den er lehrte: „come l'uom s'eterna",
wie der Mensch sich ewigt. Eine Fülle von
Lebensweisheit entnimmt man den italienischen
Medaillen; und oft genug korrigieren sie irrige
Vorstellungen. Über Lucrezia Borgia laufen
schlimme Gerüchte um. Wie stimmt dazu,
wenn ihre Medaille Amor an einen Lorbeerbaum
gefesselt zeigt, am Fuß des Baumes
Schrifttafel, Geige, Notenblatt und Bogen zierlich
zusammengebunden? Amor trägt eine

Binde um die Augen, sein Köcher ist zerbrochen
und die Sehne des Bogens zerrissen.
Der Gedanke also: die Musen sind mächtiger
geworden als Amor. Der Künstler ist Giancristo-
foro Romano, der die Fürstin am Hof von
Ferrara traf, in fraulicher Reife, aber noch im
Glanz ihres berühmten goldenen Haares. In Ferrara
ist wohl die eigentliche Heimat der Medaille
zu sehen. Hier hat der erste und größte
Medailleur, Antonio Pisano, 1438, beim morgenländischen
Konzil den byzantinischen Kaiser
Johann VIII. Paläologos als ersten in der Medaille
porträtiert, dann auch bald darauf seinen
Patron, den Fürsten Niccolö d'Este, der nicht

LEONE LEONI MARTIN DE HANNA

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