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wurden. In gleicher Weise wurden die einzelnen
Raumsphären in Form und Farbe betont
und erhalten. So schließen sich die einzelnen
Bilder dem Räume aufs engste an, sie
sind ihm gleichsam angepaßt und die Bedenken,
die überhaupt gegen die Ausmalung eines antikischen
Saales erhoben wurden, scheinen damit
zu großem Teile wegzufallen. Die Bilder
entstanden gleichsam aus der Stereometrie des
Raumes und seiner Wände. Nach Thorn-Prikker
ist die Wand ein lebendiges Wesen, in der Begrenzung
des Raumes aktive Kräfte bergend,
die stützen und tragen. Diese in der Wand
latenten Kräfte soll die Malerei im Gegensatz
zu der sonst auf die Wand übertragenen Tafelmalerei
sichtbar machen. Während der Künstler
in seinen älteren Kartons die Gestalten vor
einen gleichgültigen Hintergrund setzt, bindet
er jetzt Hintergrund und Gestalten zu gleichmäßig
betonter Gegenwirkung, zu streng geschlossener
harmonischer Einheit. Aus dieser
geistigen Struktur ergab sich ganz von selbst,
daß alle naturalistischen Momente ausgeschaltet
wurden zugunsten eines streng architektonischen
Stiles. Der Künstler kam hier durch
das Einfügen breiter dunkler Streifen zu einem
neuen Monumentalstil, der sich den wuchtigen
Formen des Saales, dem schwarzen Marmorfries
der Türen und des Sockels, dem Weiß
des Marmors vorzüglich anpaßt. Der Künstler
selbst will, daß seine Malerei hart wie Stein
ist, gleichzeitig klar, festumrissen in der Kontur
ohne jede Konzession an die Phantasie
des Beschauers. Ohne es zu wollen, hat er in
diesen Werken die farbenfreudige rheinische
Art zusammengefaßt in strenger nordischer
Prägung. Damit gewinnen diese Werke über
die engere Heimat hinweg eine größere Bedeutung
für das große deutsche Vaterland
und für die Welt. Heute stehen wir diesen
Werken zeitlich zu nahe. Noch haben sie die
Feuerprobe der Jahrhunderte nicht überstanden
, aber sie sind ein Ausdruck unserer Zeit,
entstanden in den Tagen chaotischer Wirrnis
und unser Wunsch ist, daß sie in eine andere
ewige Sphäre für die Späteren erhoben werden
zum Heile deutscher Kultur und deutschen
Wesens. Dr. Max Creutz
J. THORN-PRIKKER □ MONUMENTALBILDER IM CRE-
FELDER MUSEUM: VORZEICHNUNG ZUR „JUGEND"
Die Kunst für Alle. XXXIX.
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