Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 49. Band.1924
Seite: 210
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CHARLES JAECKLE

BÜSTE BENNO RÜTTENAUER

einer französischer Beeinflussung Raum gegeben
. Auch darum konnte er das Gift, das
man ihm in seine letzten Lebensjahre geträufelt
hat, nur schwer verwinden.

Er ist — er war ja noch so jung — auch
sehr schwer gestorben. Seine letzte schriftliche
Äußerung, ganz kurz vor seinem Tod, war
an den Schreiber dieses gerichtet. Sie lautete:
„Lieber B. R., sei herzlich umarmt. Deine Zeilen
haben mich so tief erfreut. Tiefer Ernst
liegt über mir; meine Stunden sind gezählt.
Meine Frau weicht Tag und Nacht nicht mehr
von mir. Ach, lieber B., wie fällt es mir schwer,
mich zu verabschieden; ich hing und hänge
so sehr am Leben. Ich kann mich so schwer
darein . .."

Hier entfiel ihm der Stift. War's ein Schwächeanfall
, war es schon der Tod ? In meinem
ganzen langen Leben habe ich nie etwas Erschütternderes
gelesen, wie diese wenigen Zeilen
. Ich habe auch nie einen wertvolleren
Freund verloren; die Jaeckle wirklich gekannt
haben als Künstler wie als Menschen, werden
hier keine Übertreibung vermuten.

Benno Rüttenauer

„ . . . . In uns lebt die Schönheit, nicht außer uns.
Was macht mir eine philosophische Abstraktion, was
macht mir eine von einer kleinen Gruppe von Menschen
geträumte Vollkommenheit! Was mich am
Menschen interessiert, ist die Menschheit, meine große
Mutter; was mich in den menschlichen Schöpfungen
rührt, in den Kunstwerken mich entzückt, ist, im Grunde
von ihnen allen einen Künstler, einen Bruder wiederzufinden
, der mir die Natur in einer neuen Weise,
mit aller Macht oder Sanftmut seiner Persönlichkeit
zeigt____" E. Zola


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