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M. J. WAGENBAUER
GEMISCHTE HERDE AM WASSER
einem Gerard konform war, z. B. in dem Stie-
lerschen Bildnis der „Mutter des Künstlers".
Neben diesem, wie auch dem prachtvollen Bildnis
der kleinen Mallinckrodt-Kleinschroth, dem
eines jungen Mädchens u. a., bedeuteten die sehr
viel tonigeren und delikateren Aquarellskizzen
eine Überraschung. Eng an Stieler schloß sich
Dürck. Auch er, wie vor ihm Hauber, nach
ihm Monten, Muxel und der gefährlich-verführerische
farbensinnliche Riedel waren gut
vertreten. Unter den übrigen Porträtisten waren
die Zeichnungen Heigels, die liebenswürdig frischen
Kinderbilder des Clemens Zimmermann
und, vielleicht mit das Beste der Ausstellung,
vor allern die weich-dunkel-tonigen Bildnisse
des S. Klotz bemerkenswert.
Ein seltener früher Coujola, einige Perlen
von Cantius Dillis, wie dessen etwas dunkler
Ruhpoldinger Weg, die helle „Niederalp" bei
Ruhpolding, und von J. G. Dillis das Kloster
Reitberg und jener „Isarsteg", wohl einst bei der
Isarau, ein hell atmosphärischer Dorner d. J.
müssen unter der ältesten Generation der Landschaftsmaler
vorangestellt werden. Wagenbauer
war sehr gut und markant vertreten, auch
Warnberger nicht schlecht, von Rottmann wohl
das verblüffendste ein farbenstrahlender Ammersee
. Auch der ins Intime führende, genaue Einzelheiten
gebende Bruder Leopold interessierte.
Das 1815 gemalte „Schondorf am Ammersee"
von W. Kobell, dessen bekanntes Schilcherbild-
nis und kleinere, hell sonnige Skizzen gehörten
zum Herrlichsten, was hier überhaupt gezeigt
wurde. Ernst Kaiser war nicht entsprechend
vertreten, besser die Bamberger und Morgenstern
. Auch Landschaften von Haushofer, von
dem Kobellschüler Heinzmann, von Lichten-
held, Löffler, der Rottmann nacheiferte, Schönfeld
, Stange, den pittoresken, aus Belgien stammenden
Vermeersch, A. Zimmermann, Zweng-
auer verdienten Erwähnung, während Ezdorf,
Heinlein, Olivier hier unbedeutend zur Stelle
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