Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 49. Band.1924
Seite: 289
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E. FRITSCH

Aasstellung der Akademie der Künste, Berlin

TIERGARTENBRÜCKE

GRUNDSÄTZLICHES ZUR RELIGIÖSEN KUNST

DER GEGENWART

Keine Erscheinung im modernen Kunstleben
gibt mehr zu denken als die in den letzten
Jahren zu beobachtende starke Zunahme der
Bestrebungen auf Neubelebung der religiösen
Kunst. Keine verlangt in ihrer Behandlung
größeren Ernst und feineren Takt als diese.
Nirgend sonstwo erwächst den Sachkundigen
eine so gebieterische Pflicht, die sich mächtig
regenden Reformbewegungen, wie sie sich
jüngst noch in mehreren Tagungen, Verbandsgründungen
und Programmerklärungen ausgesprochen
haben, in die richtigen Bahnen leiten
zu helfen.

Die Einstellung gegenüber der religiösen
Kunstfrage ist deshalb so besonders schwierig,
weil in ihr das innere Verhältnis zum Gegenständlichen
eine wesentliche Rolle spielt, weil
ohne dieses die Lösung kirchlicher Kunstaufgaben
fast unmöglich erscheint. Die religiöse
Kunst ist Zweckkunst im höchsten Sinne
— sie steht im Dienste der Gottesverehrung —

das Schlagwort L'art pour l'art verliert in ihr
jede Geltung. Die Art dieser Gottesverehrung
hat natürlich auf die Formenbildung einen entscheidenden
Einfluß. Es ist daher kaum möglich
, über die Formfragen religiöser Kunst zu
sprechen, ohne die religiösen Grundlagen zu
berühren. Die Geistlichkeit muß deshalb unter
allen Umständen, soweit das Gegenständliche
bestimmend ist, die Führung auf diesem Gebiet
behalten, und die Künstler und Fachleute
haben sich in dieser Hinsicht ihren Weisungen
zu unterwerfen.

Die nachfolgenden kurzen Betrachtungen,
die durch die jüngste Tagung des Vereins für
religiöse Kunst in der evangelischen Kirche
in Berlin Ende Januar angeregt worden sind,,
sollen aber alle theologischen, dogmatischen,
kirchenpolitischen und vor allem die so gefährlichen
metaphysischen Fragen auf sich beruhen
lassen und das Thema nur in bezug auf die
künstlerischen Probleme erörtern.

Die Kunst für Alle. XXXIX Juli 1924

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