Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 49. Band.1924
Seite: 349
(PDF, 115 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_49_1924/0393
J. C. C. DAHL

Kaaz (1776—1810). Trefflich komponiert, etwa
in der Art Claude Lorrains, so daß man zwischen
den kulissenhaft angeordneten Baumgruppen
des Vordergrunds hindurch auf den
See und die Albaner Berge sieht, ist es ein
wohltuendes Ergebnis ordnender künstlerischer
Erfahrung in fein ausgeglichener Darstellung.
Die unaufdringlich eingefügte Schafherde im
Vordergrunde mildert die traumhafte Feierlichkeit
des Bildes. Leidenschaftlicher aufgefaßt
ist ein zweites Bild von Kaaz: ein vom Felsen
herabstürzender Wasserfall, zu dem die Sächsische
Schweiz den Anstoß gegeben haben mag.
Die Darstellung erinnert an Klengels Weise.

Auch J. Chr. Klengel (1781—1828) undMechau
(1745—1808) sind in der Ausstellung mit bezeichnenden
Landschaften vertreten. Wir erinnern
uns daran, daß Philipp Otto Runge während
seines Dresdner Aufenthaltes diese beiden für
die besten lebenden deutschen Landschafter
erklärte. Ferner sind vertreten Castell, der zwischen
1830 und 1860 tätig war, und Traugott
Faber (1786 —1863), jener mit einem Bilde
der Ruinen des 1849 in der Dresdner Märzrevolution
abgebrannten Ostpavillons des Zwin-

DRESDEN BEI MONDSCHEIN

gers, Faber aber, der gemütliche Schilderer
bildnistreuen Lebens der Biedermeierzeit mit
einem ganz einläßlich ausgeführten Bilde der
Dr. Struveschen Trinkhalle in Dresden. Struve
war bekanntlich der Erfinder des künstlichen Selters
- und Sodawassers; seine Trinkhalle in der
damals noch mit Villen besetzten Prager Straße
war für Dresden ein Ereignis. Diese Örtlichkeit
nebst dem gesamten biedermeierlichen
Lebenskreise so genau und deutlich für uns
Spätere festgehalten zu haben, ist auch ein
künstlerisches Verdienst. Noch ein drittes Bild
ist für uns gegenständlich von Belang: Vogel
von Vogelsteins (1788—1868) Darstellung, wie
der Pariser Bildhauer David d'Angers an der
Riesenbüste Ludwig Tiecks (heute im Treppenhause
des Japanischen Palais) modelliert. Es
ist eine wahre Haupt- und Staatsaktion, wie
der berühmte Dichter und Vortragende da auf
dem Modellierstuhl thront, wie der französische
Künstler ernst und bedächtig seine Arbeit verrichtet
und wie ein ganzer Kranz bekannter
Persönlichkeiten feierlich im Halbkreise herumsteht
und dem großen Werke bewundernd zuschaut
. Die Rundfahrt des David d'Angers, der

349


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_49_1924/0393