http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_49_1924/0410
FRITZ ERLER
MÄDCHEN AM STRAND
Ausstellung der Münchener Secession
parallele Reliefflächen fordert. Die zum Beschauer
parallelen Ebenen sind der Klassik
eigentümlich; nicht aber das Eingeschriebensein
der wichtigen Partien einer Figur oder Gruppe
auf unter sich parallele Flächen schlechthin,
deren Neigungswinkel zu bestimmen dem Künstler
freisteht. Der Barock böte so gute Beispiele
!
Das auch in der Plastik durchschnittlich
höhere Niveau der Secession ist letzten Endes
auf den stärkeren Einschlag des expressionistischen
Elementes zurückzuführen.
H. Geibels „Baumnymphe" zeigt ein gutes,
persönlich empfundenes Zusammenspiel der
Kurven; einen viel besseren kleinen Torso aus
rotem Ton habe ich hier in Privatbesitz gesehen
. Eine gut stilisierte, antikisierende weibliche
Porträtplakette gibt Elisab. Esseö, desgleichen
eine gute weibliche Porträtbüste aus
Terrakotta. Gute Ansätze zu geistiger Durchdringung
in einem höheren Sinne zeigen die
Porträtköpfe von L. Casper, dann Gg. Müllers
„Badende" und Jean Paul Steineis „Männliche
Studie".
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