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ARCH. OTTO PRUTSCHER-WIEN a HALLENSCHRANK. INTARSIEN MIT EDELHÖLZERN. (GEÖFFNET)
DAS ALTE KUNSTGEWERBE ALS ANREGER
ZUR FRAGE DER KUNSTGEWERBEMUSEEN
In der unter Bruno Pauls Leitung stetig fortschreitenden
Unterrichtsanstalt des Berliner
Kunstgewerbemuseums findet anläßlich der Errichtung
eines Töpferofens augenblicklich eine
kleine Ausstellung alter und neuer Keramik
statt. Bietet schon an sich die Nebeneinanderstellung
der Erzeugnisse alten und neuen
Kunsthandwerks zu anregenden Betrachtungen
vielfältige Gelegenheit: so gewinnt in dem vorliegenden
Falle diese Zusammenstellung noch
ein ganz besonderes Interesse. Bruno Paul und
seine Helfer Dr. Sörrensen und Dr. Kautzsch
haben sich nämlich bei der Auswahl der alten
keramischen Stücke allein von dem Gedanken
leiten lassen, einmal nur das für den ausübenden
Künstler der Gegenwart wirklich Lebendige
vorzuführen. Nur solche Gattungen der
Töpferei finden sich also hier vertreten, von
denen unmittelbare geistige Fäden zur Produktion
der Gegenwart hinüberführen.
Für den Gelehrten und Kenner der Geschichte
des Kunsthandwerks, der an dem Material
unserer großen historischen Kunstgewerbemuseen
geschult ist, ergibt sich da nun
beim ersten Anblick ein höchst merkwürdiger
Eindruck. Es muß ihn überraschen, alle die
berühmten Hauptgruppen der älteren Keramik
nicht vertreten zu finden, weder die schwarz-
und rotfigurigen, formenschönen griechischen
Vasen, noch die römischen plastisch verzierten
roten Tongeschirre, weder die umfangreiche
und vielseitige Gruppe der italienischen
Majolika, noch die goldschimmernden, reich
ornamentierten spanisch - maurischen Lüsterfayencen
, nicht die Delfter und die andern
Fayencen des 17. und 18. Jahrhunderts, wie
auch nicht die persisch-türkischen Fayencen
des 15.—17. Jahrhunderts, noch endlich die
durch ihre schönen figürlichen Über- und Unterglasurmalereien
ausgezeichneten ostasiati-
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