Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 50. Band.1924
Seite: 290
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DAS BAUHAUS IN WEIMAR

Ein Nachwort von Emil Preetorius

Das Schicksal dieses so heftig bekämpften und
so heftig bejubelten Instituts scheint besiegelt
zu sein: wie die eine politische Laune
es hat erstehen lassen, läßt die andere es
untergehen. So waren es insgesamt fünf Jahre,
die dieser problematische aber kühne Versuch
leben durfte, und fragt man, was diese fünf
Jahre gezeitigt haben, so möchte die Antwort
wohl etwas dünn ausfallen, wenn diese Frage
nach den greifbaren Resultaten, den objektiven
Leistungen ginge. Aber solche Antwort besagte
darum nicht, daß es sinnlos war, dies Bauhaus
zu gründen und daß es sinnvoll ist, es zu
schließen, weil die gestellte Frage falsch wäre.
Denn bei keiner Schule, am wenigsten aber bei
einer so neuartigen Gedankens und Strebens,
wie sie das Bauhaus darstellt, kommt es auf
die fertigen, gültigen Leistungen an, als vielmehr
darauf, ob der dort bewiesene Wille nach
vorwärts wies, ob er die Krisis, die unsere
gesamte künstlerische Produktion heute kennzeichnet
, im Kern anzupacken wagte, d. h.
nämlich Ja zu sagen zu dieser höchst unromantisch
gewordenen Welt der Motoren und
Drähte, der Scheckbücher, Fracks und harten
Sachlichkeit: zu einer Welt, deren Natur sich
gewandelt, andere Maße und Dimensionen gewonnen
hat für des heutigen Menschen wacher
und wissender gewordenen Blick und die kraft
solcher Wandlung unabweislich nach einer anderen
Bildhaftigkeit verlangt. Und stellen wir
diese Frage, so müssen wir allerdings antworten
: von allen aufrufenden Manifestationen
eines neuen Kunstwillens, die vor 20 Jahren
mit dem Dokument deutscher Kunst in Darmstadt
begannen und in deren Reihe auch das
Bauhaus gehört, da es wie jene des Zieles ist,
den künstlerischen Ausdruck unserer Zeit zu
finden, der ihr so kläglich gebricht, war dies
Bauhaus als die späteste auch die entschiedenste
Manifestation.

Es sind vornehmlich drei Punkte, in denen
das Bauhaus etwas durchaus Neuartiges und
Bedeutungsvolles versucht und sich mit resolutem
Mut auf den Boden der heutigen Zeit
gestellt hat. Wir wollen diese Punkte in aller
Kürze darlegen, wobei wir von dem Besonderen
zum Allgemeinen kommen. Als ersten Punkt
hat es den ewigen Streit „hie Handwerk —
hie Maschine" mit einer entschlossenen Bejahung
beider zu lösen versucht. Denn war es
sich einerseits klar darüber, daß die Maschine
nicht nur nicht mehr auszuschalten, als daß
vielmehr die Mechanisierung der materiellen

KARL HAGENAUER-WIEN

ASCHENSCHALEN, MESSING GETRIEBEN
Ausführung: Werkstätte Hagenauer, Wien

29O


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