http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_51_1925/0027
KAY NEBEL
ANGELITERSTIER
lieh in dur haltend. Statt fonorer Farben fcheinen,
befonders bei Kay Nebel, Lichtere bevorzugt. Sie
nehmen bei ihm noch manchmal einen füßen,
„rofa" Ton an, der auch die Gefahr des Glä-
feraen nicht immer zu umgehen weiß, manchmal
aber auch von morgentlichem, kühlem
Reize fein kann.
Manches Problematifche ergibt lieh hier wohl
aus farbtechnifchen Experimenten des Malers
, der verflicht, mit Lackfarben eine fo undurchdringliche
Bildhaut zu fchaffen, wie he
etwa den gotifchen Tafelmalereien eigen war.
Er mußte aber vorläufig die Erfahrung machen
, daß das Lieht diele Lackfarben auslaugt,
während (ich die Farbe feiner Ölbilder verdichtet
.
Nebel behauptet, noch nicht zum vollen Ausdruck
deflen gekommen zu fein, das ihn innerlich
bewegt. Der Krieg, den er von Anfang bis
Ende an der Fron I mitmachen mußte, habe ihn
lehr zurückgedrängt und dann den Trieb zum
\^ erk gar zu en lieh lohen hervortreten lallen.
Deshalb habe er in letzter Zeil kein einziges Bild
mehr gemalt und nichts anderes gearbeitet als
Studie über Studie nach der Natur. „Ich bin
den ganzenVS eg zurückgegangen, um ihn nun
freier wieder betreten zu können," fchreibt er
mir in einem Briefe. Roh
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