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RUTH SCHAUMANN
ZEICHNUNCx
durch jeneW irklichkeil hervorgerufen find. So
ift denn, meint er, der Gegenftaud der künitle-
rifchen Darfteilung für das gefamle Gebiet der
Kuiifi in der menfchlichen Innenwelt gegeben:
das Außere aber, das auf den erften Blick als ihr
Gegenftand erfcheinen könnte, wie Körper oder
I landlungen in ihi'em linnenlalligen \ erlauf. Ml
mehr nur der Stoff, in dem der Künftler arbeitet
, und GeRallen, Farben,Töne. Worte, Be-
wegungen Und ihm nur Mittel der Darfteilung
feiner feelifchen Inhalte. Das wird am deutlich-
ften in der Münk. \\ as Toll fie nachahmen, wenn
nicht inwendig (gegebenes? Nun ift es allerdings
möglich, daß der Gellallende lieh enger an die
Formen der \nlicnweil. die er gebraucht, oder
wiederum enger an die perlonlieh befonderen
Wirkungen diefer Außenwelt in feiner Seele
anfchließt, In der einen Richtung gehl er
den Weg zum Klaffifchen, in der anderen zum
Romanlirehen. Mithin kommt aufbeidenVN egeu
„Ausdruck" zuftande, und was der Name Aus-
druckskunft heule befagt, ift nur das Mehr an
Mitgift vonperfönlieher Erregtheit. Undjeltär-
ker diefer Zuftand im Schaffenden ift, um fo
mehr empfangen feine \\ erke, lie feien \\ erke
der Linie, der Farbe, des ^ orts oder der leih
liehen Bewegimg, vom Charakter der feelenhaf
teften, urbürtigften aller kiinlte. der Mulik. Je
tiefer aber und je allgemeiner die Erregtheil einer
Zeit ift, um fo mehr auch, und fo ift es heule
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