Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 51. Band.1925
Seite: 30
(PDF, 97 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_51_1925/0048
dann eine See! chiacht auf dunkelgrünem schäumendem
Meer, ein [eltener \ <>rw urf. endlich —
ein in den großen klaren Maßen des mächtigen
Tieres und des ihn überragenden Baumes be-
fonders eindrucksvolles Blatt —die ^brichtung
eines Elefanten. Es ili auffallend, daß der Elefant
lonft in dieiem Album nur noch in einem
Randbildchen vorkommt: Ipieltendoch Elefan-
tenkämpfe am Hof Jehangirs als aufregendes
Schaufpiel eine f o große Rolle, daß fie auf der gewaltigen
figürlichen Fliefendekoration der Nordes
o

wand des Palaltes von Labore in immer neuen
Abwandlungen als I lauplmoliv verwendet lind.*)
Auch lind fie fonftimMiniaturenfchatzdesZeit-

*) Die lang erwartete Veröffentlichung diefes bedeutendften
Fliefenwerk.es in Indien ilt 1920 erfolgt: J.Ph. Vogel, Tile
Mosaics of Lahore Fort (Archaeol. Survey of India, New Imp,
Ser., vol. 4i). Der Text enthält eine Fülle der wertvollften
Nachrichten zur Kindt- und Kulturgefchichte der Zeit Jehangirs
.

alters ein häutig wiederkehrende]* Gegenftand
(Abb. S. 32).

\n BildniJDTen enthält das \lbum den Kailer
felblt und etwa 20 Perfönlichkeiten feines I [ofes.
Der Stil dieier Porträts, der lieh bis heule in
handwerklich beieheidener \ ererbung gefriftel
bat, ili gekennzeichnet durch den völligen \ erzieht
auf jede Andeutung von Grund und Hintergrund
bei peinlieh genauer Durchführung
von Gefichtszügen, Barl und Tracht imdfcharfer
Promitellung. Hervorragend ili Bl. 1 ■ b: vor
blaßgrünem Grund Hehl ein noch jugendlicher
Mann in rotem golddurchwirktem Turban und
gelbem Kleid, u her das ein weißer durch (ich liger

o o

Rock lallt; dazu goldene Schärpe und blau-rote
Schuhe. Die Beilchrift nennt ihn „Sajjid \bd
el \\ ahhab ihn Ilakim Ali". Es ift ein kleiner
Hofbeamter, der unbedeutende Sohn eines berühmten
Vaters, Alis, des Leibarztes Kail er Ak-
bars, den die ZeitgenolTen als den Galenus feiner
Epoche gerühmt hal ten.
Fürftlichen Ranges dagegen ilt der auf
\bb. S. 30 dargelte Ute Bakhtar Khan
Kaiavant: aus dem Haufe der Könige
von Bidfchapur im Dekkan (lammend
kam er wiederholt als Gelandlei: an den
Hof Jehangirs. Der dunkelfarbige, reich-
gekleidete Herr (gelber, rot- und gold-
durchvs irkter Turban, bimbeerrotes Kleid
mit Goldllickerei, weißer golddurchw irkter
Uberwurf, goldene Schärpe, grüne
Holen, rote Pantoffel) lehnt lieh läffig auf
einen goldenen Stab. Die Beilchrift nennt
das Jahr 1023. d. i. 161 1/15 11. Chr.
Sehr \ eiTelheden von der fchlichten Sachlichkeil
dieler BildniHe, mehr ins Sentimentale
des Sittenbildes fallend, ilt der
elegante junge Herr unfeivr Abb. S. 28.
Schon daß die Beilchrift des Namens
fehlt, macht es wahrfcheinlich, daß hier
kein Porträt vorliegt. Auch die Belebung
des Hintergrundes mit \\ olken perfifch-
chinehTcher Art und blühenden Blumen
ift. wie wir gefehen haben, dem indifchen
Porträtftil fremd. Es liegt hier wohl das
Blatt eines perfifchen Malers vor. Das
reiche rote Kleid mit goldener Schärpe
und grünen Hofen, das zierliche Buch in
der Rechten, der NarzilTenftrauß in der
Linken, mit alldem hat der namenlofe
Künftler den T\ pus des weichlichen Af-
Ibeten trefflich gegeben.
Eine Gruppe für (ich ift das Vogelbild




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