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\hh. S. 29), zwei Llltern in feinftei \\ ieder-
gabc der verfchwimmenden Farben des Gefie
«Ii i s vor goldenem Himmel, Palmen und Laubbäumen
an einer rötlichen Felsgruppe mit blauer
Quelle. Die Herausgeber weilen wohl mit Recht
das Blatt dem Vogelmaler Manfur zu.
Neben dielen Bildern, die alle, wie imfereTafelbilder
, Selbftzweck lind, lieht in imlerm Album
eine andere \rl von Malerei, die nur als Begleitung
und Schmuck auftritt. Die Schriftblätter
nämlich, von denen fchon oben die Rede war. lind
durchweg von einem Randfchmuck(Abb. S.31)
aus goldenen Ranken und natura liftilchen Pflanzen
umgehen, in die in duftiger Guaschemalerei
nichl in Deckfarben, die aus dem zarten Spiel
der goldenen Linien viel zu derb heraustönen
würden) figürliche Szenen eingefetzt lind. In
I [andfchriften ausOltperlien und Turkiftan findet
lieh diefer Randfchmuck feit dem 15.Jahrhundert
. InunfermAlbum verflechten lieh in die
Pflanzenwelt des Grundes landfchaftliche Motive
und Tiergruppen. Es muß dabei bemerkt wer
den. dal! die I räum ha Ii feine \\ Irkung diefer fpie-
lerifchenKunfi nur in der farbigen \\ iedergabe
voll zur Geltung kommt; die teils ^ ergröbernden,
teils verwilchenden Schwarz weiß drucke werden
dielen zarten Reizen nicht gerecht.
Aus der verwirrenden Fülle dieler Bildchen, die
Vögel und Pflanzen, Jagd- und Raubtiere, Jäger
und Fechter, Handwerker und Zecher, Damen
und Fürlten, nichl leiten in Nachahmung europäischer
Graphik und in diefem Reichtum der
Motive neheu dem künftlerifchen auch große
kulturhiltorifche \\ erte bergen, feien hier nur
ein paar der feinften hervorgehoben:
Abb. S. 23 zeigt im Goldgrund Jagdtiere und
leichtgetönte Fiiche, die von grotesken Blumen-
o o
tieren gefchnappl werden. Daraus leuchten
fächerförmige Medaillons in Farben, im obern
ein mulizierendes Paar, im unten] eine Tafel-
fzene enlhallend.
Das Gefamtbild diefer Schmuckart gibl \bb.
S. 31; in der Mitte das Schriftblatt, per fiiche
\ erie inNaftalikfchrift. Der reicheRahmen zeigt
oben Jäger mit Feuergewehren auf der Löwen
jagd; unten rechts kailer Humayun, auf einer
Baumkanzel, darunter zwei Mufikanten uehli
kochenden und speilenhringenden Dienern.
I nfere Bilder und diele kurze Befchreibung mii-
gen den Reichtum desjehangira II) ums zeigen, mit
deflen Herausgabe (ich der \ erlag, mit deflen
gründlicher, hier nur angedeuteter Erläuterung
lieh die \ erhall er um die Erforfchuiigder mdifch-
islamifchen Malerei verdient gemacht haben.
E. Grat/.l
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