Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 51. Band.1925
Seite: 40
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FRITZ HUF

WALTER RATHENAU (Bronze)

Fingern ein feines Taftvermögen für Haut und
Fläche und den Pulsfchlag der Poren. Er liebt
Fleifch und Saft und pulfierende Sinnlichkeit,
die Wucht der MaiTe und die ftraffe Rundheit
voller Muskeln. - und ebenfo den feinen Gliederbau
zarter Figiirchen, den dünnen Hanch-
reiz ganz blalTer Masken, die wie der Duft ganz
ferner fremder Blumen find. Er bildet die ro-
bufte Körperlichkeit erfter Generationen wie
die fchöne Müdigkeit alter RalTen -: fein
Schauen ift nicht eingeengt. Er ift in keinem
Stil feftgefahren, noch lehr in der wundervollen
Jngend, immer ganz von vorne zu beginnen
, und wiederum erkennt man feine Pla-
ftiken unter denen feiner Freunde Haller, de
Fiori und Edzard fofort: an den weichen, runden
Füllungen ihrer Linien, an dem warmen
Fleifch feiner Flächen, an dem Temperament,
das oft fo Hark ift, daß es Stil und Kultur
durchbricht, um dann für lieh dazufein: herrifch
und ein bißchen fanguinifch und manchmal ein
wenig befchämt: wie es fich verrannte.
Fritz Huf hat für lange Zeit fein Atelier in
Grunewald verlalTen und ift wieder unterwegs

4o


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