http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_51_1925/0093
ROBERT STERL
Ausftellung der Künftlervereinigung Dresden
DER STEINBRUCH
hat in alter dunkler Manier zwei treffliche Bilder
gemalt: einen „Zinnputzer" und einen „Bücher-
\\ urm". Hans Ohmes „Selbftbildnis als Gauklerkönig
" ift im Sinne Ferdinand Dorfens empfunden
und malerifch nicht übel. Richard Guhr hat
an zwanzig Stück feiner fymbolifch myftifchen
Gemälde ausgeheilt, aber ihr Sinn — z. B. bei
der „Ecclefiamilitans" —wird fich wohl nur wenigen
gläubigen Seelen erfchließen; feine ganz
perfönliche Malerei in leuchtenden Lokalfarben
ift in ihrer Art trefflich ausgebildet.
Unter den Landfchaf ten findet fich manches gute
Bil( I, fo die Erzgebirgsbilder von Buchwald-Zinnwald
, der von feiner fcharf flilifierenden, immer
charaktervollen Manier zu einer weitfehauenden
malerifchen Art übergegangen ift, von Paul
Geißler, dellen Landfchaften an der Maas —
z. B. „Schloß Anferemme" — ßch durch ihre
helle Klarheit und feine Stimmung vorteilhaft
auszeichnen; Hans Spanks vortreffliche zartempfundene
Elblandfchaft; kühlgefehene klare
Kanalbilder aus Venedig von Sigfried Mackow-
sky u. a.
Johannes Ufer, Hans Unger, Wolfgangmüllej
Franz Gaudeck u. a. find mitbezeichnenden Werken
ihrer bekannten Art vertreten. Ein paar
Nicht-Dresdner, Otto Dill, Ernft Oppler und
Walter Püttner haben der Ausftellung Vort reff-
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