Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 51. Band.1925
Seite: 76
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_51_1925/0104
fondern, ohne daß es dem Autor bewußt ward,
tritt er felbft uns in dem Buch menfchlich und
kiinftlerifch nahe.

Sechs Wochen verbrachten fie gemein fam auf
der Litzlalm und gingen dann nach \\ ieu zur
Weltausftellung, von da nach Dresden. Schuch
reifte weiter nach Brüllel und wollte Hagemeifter
bewegen, mit ihm zukommen. Diefer aber wollte
fich erft Prellers Einverftändnis holen. Auf Grund
feiner Studien bekam er von Preller den Freibrief
und folgte Schuch nach. In Brüffel arbeiteten
fie mehrere Monate zufammen, waren in
Oftende, Antwerpen und gingen hierauf nach
Holland, wo lieh 1874 Trübner zu ihnen gefeilte
. Es war dort ein gemeinfames Studieren
an Köpfen, Akten, Stilleben.
Im Mai 1875 kam Hagemeifter nach Werder
zurück. 1876 zog er nach Italien aus, über München
, wo er Schuch und Trübner wiedersah. Zuerst
kam er nach Florenz, dann i4 Tage nach
Rom, um fich schließlich fünf Monate in Ole-
vano feftzufetzen. Im Herbft kehrte er nach
Rom zurück und der Campagna. In diefer ganzen
Zeit galt fein Hauptftudium dem Bau der

Landfchafl. In Venedig traf er mit Schuch zufammen
, wo er außer Köpfen und Stilleben
auch Architektur malte. Es mutet einen eigen
an, wenn mau Flagemeifter erzählen hört, wie
dort die beiden mit Feuerbach zufammen faß en!
Feuerbach, von dem uns fchon wieder beinahe
zwei Generationen trennen!
Auf dem Heimweg von Italien hält Hagemeifter
fich noch einige Wochen in Pieve di Cadore auf
und bei Schuch am "Wildfee, dann kehrt er in
fein ftilles Werder zurück.

Sein Schaffen gilt nun der näheren Umgebung
feiner Heimat und es folgen einige Jahre gemein-
famer Arbeit mit Schuch am SchwielowTfee und
in Kähnsdorf.

Dann folgen 12 Jahre einfamften Schaffens ebenda
. Mutterfeelenallein! Hagemeifter beforgtfeine
Wirtfchaft felbft, lebt von der Jagd — er erlegte
in diefen Jahren ca. 300 Stück Großwild. Seine
große Lehrmeifterin, die Natur, fuhrt ihn von
Erkenntnis zu Erkenntnis, daß die Natur kein
Stilleben iit, fondern ein fchöpferifcher, ewig
arbeitender Organismus; daß der Ton durch das
Licht erletzt werden muß! Er malt Wald —

Aus dem Belitz der Galerie Heinemann, München

KAHL HAGEMEISTER, ERLEGTER EBER

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