Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 51. Band.1925
Seite: 84
(PDF, 97 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_51_1925/0112
HANS THOMAS RADIERUNGEN *)

Mir war und ifts immer unerklärlich gewe-
fen, wie einer eine Gefchichte der deutfchen
Kunft Ichreiben kann und in ihr der
Graphik nicht wenigftens ebenfo viel Raum
gibt, wie etwa der Malerei. Spielt denn nicht
die Graphik in der deutfchen Kunft wenn nicht
überhaupt die erfte und Ichbpferifch reichfte
Rolle, fo doch mindeftens eine ebenfo wichtige
wie Malerei und Plaftik? Das vorliegende Werk
über Thomas Radierungen gibt ja als Ganzes die
lebendigfte Erinnerung an die Liebe der bellen
deutfchen Kim Ml er zur graphifchen Vervielfältigung
all ihres Schaffens und Geftaltens.
Wer Thoma in feiner Hillen Eigenart quaß wie
zu Haufe kennen lernen will, muß fich in fein
radiertes Werk gründlich vertiefen. Das ift an
Hand des vorliegenden Werkes keine Anftren-
gung, ift reiner Genuß. Und es gibt uns fo etwas
wie eine ganz perfönliche Führung durch fein
Gefamtwerk. Denn ich kann mir nicht denken,
daß Thoma dies oder jenes Rild auch noch radiert
hätte, wenn ihm nicht an ihm befonders

*) Hans Thoma, Radierungen. Von J. A. Beringer. Voll-
ftändiges Verzeichnis der radierten Platten und ihrer Zu-
ftände. Mit 2g4 Abbildungen. F. Bruckmann A.-G., München.

viel gelegen wäre. — Im übrigen hat Reringer
nur recht, wenn er in dem Vorwort fagt: „Man
wird kaum noch ein Radierwerk finden, das,
vom Religiöfen und Weihevollen an bis zum
Humoriftifchen und Scherzhaften, durch alle
Gebiete der Darfteilung fo erhaben und volkstümlich
zugleich ift, wie das Werk Thomas."
Die Einleitung zum Katalog ift fchlechtweg
vorzüglich zu nennen. Sie gibt außergewöhnlich
viel Tatf ächliches. 'Wir erfahren fehr W e-
fentliches von Thomas Schaffensart. Wie er
überhaupt zum „Radieren" kam, welches Material
er benutzte, wie er technifch eigenwillig
und doch ficher vorging, wie er drucken läßt,
was er bei den Sammlern feiner Blätter nicht
gelten läßt, welches Papier er gewählt ufw.! Dazu
hat Beringer für feinen Katalog eine Form gefunden
, die allen Sammlern vorbildlich ericheinen
dürfte. Und die Verlagshandlung hat durch
Beigabe der 294 klaren, nichts auslaufenden Abbildungen
den Katalog gleichzeitig zum fehernen
Bilderbuch wie zum unentbehrlichen Handbuch
zu machen gewußt. Es ift keine Frage: Das Buch
ift für alle Freunde Thomas unentbehrlich. —
Wenn ich einen Wunfeh für die nächfte Auflage
habe, fo ift es der um Beigabe einer fyfte-
matifchen Uberficht der Blätter. Bredt

84


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_51_1925/0112