Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 51. Band.1925
Seite: 104
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Jahrhundertwende hub das Murnauer Feiten und
Feiern an. IndeHen miß verliehe man die Worte
nicht: es war nicht etwa ein bacchantifcher Taumel
, fondern alles vollzog lieh in Schönheit und
mit Takt und ganz durchfonnt von echtem
KürdÜertum, das aber, Emanuel von Seidls
eigenem Wefen entfprechend, über dem gediegensten
, bodenftändigen Münchner Bürgertum
erwuchs.

Vom Anbeginn der Murnauer Taten, da die
Ohlftädter Nachharn, die vom „Raunerhof"
und die Kaulbachs, erfchienen, bis zu dem
Weihnachtsmorgen 1919, da Seidl die vertrauten
Bezirke, die er fo fehr geliebt hatte,
für immer verlaffen mußte, begleitet diefes einzigartige
Künitlerleben und Künftiertreiben ein
prachtvolles, an f vier Bände angewachfenesFIaus-

buch. Es war vielleicht urfprünghch als Gälte
buch gedacht. Sicherlich fehlt kein einziger
Galt des Seidlfchen Haufes mit feinem Namen auf
den Seiten der Bände, aber unter den Gälten —
von Königen und Königinnen bis zu jungen
Studenten und biederen Männern der Murnauer
Okonomenfchaft — überwiegen die Künftler,
und die ließen es nicht dabei bewenden, daß fie
nur mit genialem Schwung ihren Namenszug
und einen mehr oder minder fmnvolleii Spruch
in das Buch fchrieben, fondern fie fchmückten
es mit den ergötzlichften Zeichnungen und
Aquarellen, die jeweils der Stimmung der
Jahreszeit oder des Felles oder Ereigniffes, dem
lie beiwohnten, entfprachen. Solchermaßen kam
eine Hauschronik zuftande, die ihresgleichen
kaum hat. Faft zwei Jahrzehnte ziehen vorbei,

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