Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 51. Band.1925
Seite: 107
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DIE KOMMISSION

Aus E. v. Seidls Murnauer Hausbuch

DIE CO MISSION],

ADOLF HENGELER

brachen nie ab. Zu Kaulbachs und Rauchs, den
Ohlftädter Nachbarn, traten Lenbach, Stuck,
Läverenz, Hengeler, Julius Diez, Franz Naager,
Max Obermeyer, Karl Mayr-Graz, Ludwig
Herterich, Becker-Gundahl, Floßmann, Bradl,
F. E. Smilh, Widmann, Halbreiter, Stockmann,
Maximilian Dafio, Fritz Behn, fpäter Olaf Gul-
brainTon und Jofef Wackerle als die haupt-
fächlichften künftlerifchen Mitglieder der Tafelrunde
. Sie alle ließen ihres kiinftlerifchen und
menlchlichen Wefens Spuren in dem köftlichen
Hausbuch zurück, das lie mit ihren Zeichnungen
zu einem wahren Kleinod intimer Graphik
ausgeftaltelen. Es herrfcht in dem Buch
ein froher Ton in Wort und Bild. Aber es
geht nie in die Bezirke der Karikatur, wenn
man darunter eine gewiffe Derbheit oder aus-
gelalTenen Ulk verlieht. Der Charakter des
familiären, vornehmen Hausbuches ist durchaus
gewahrt. Hengeler zumal und Diez betonen
ftark den Jahreszeitencharakter ihrer Beiträge:
kein neues Jahr bricht an, kein Öfter- oder Pfingft-

feft vergeht, ohne daß feiner in einem graziöfen
Bild gedacht wäre. Aber auch das Erfcheinen
der erften Schneeglöckchen und der erften Primeln
, des erften Spargels und der erften reifen
Z wetfchgen wird zum Bild wie das Schachfpielen
und das Skifahren, wie die „Jagd nach dem
Glücksklee", die Gans auf der Kirchweihtafel
und die luftigen Bowlenfefte.
Die Fefte! Die bilden in dem Murnauer Bereich
Seidls das wichtigfte Kapitel! Kein Münchner
Künftler diefer Zeit — Lenbach darf ich vielleicht
ausnehmen — verftand fich fo auf das
Arrangieren von Feften wie Emanuel von Seidl.
Er hat nicht nur die ganz großen Fefte und
Dekorationen feiner Vaterftadt München betreut
, noch meifterhafter und mit noch herzlicherem
Anteil infzenierte er in Murnau feine
„eigenen" Fefte, die vor einem Publikum vor
lieh gingen, das zugleich die Mitfpieler ftellte
und das aufs verftändnisvollfte auf alle Nuancen
und Subtilitäten einging.

Da es im Haufe Seidl nie an Münk und Mufikern,

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